Rezension „Taschenlehrbuch Histologie“ von Renate Lüllmann-Rauch
Hier nehmen wir die neu erschienene 3. Auflage des von der Uni empfohlenen Histologiebuchs unter die Lupe.
Das „Taschenlehrbuch Histologie“ (644 Seiten; Thieme, Stuttgart; 3., Aufl. 2009, 32,95€) von Renate Lüllmann-Rauch ist das von der Uni empfohlenes Standardwerk und liegt nun in einer neuen Auflage vor. Es umfasst die Themen Zellbiologie, Allgemeine Histologie und spezielle mikroskopische Anatomie. Die Menge des behandelten Stoffs geht dabei über das, was die SIPs verlangen, hinaus.
Im Gegensatz zu den Folien wird der Stoff in fortlaufendem Text erklärt. Dieser beschränkt sich auf die harten Fakten. Weit ausholende Erklärungen gibt es nicht und auch „Merke-Kästen“ fehlen, die das Wichtigste zusammenfassen könnten. Bei der hohen Faktendichte wäre das eine gute Orientierung gewesen. Der sprachliche Stil ist nüchtern und schnörkellos; Bilder und Zeichnungen sind ästhetisch ansprechend, gut beschriftet und in ausreichender Anzahl vorhanden.
Oft wird der histologische Teil durch physiologische, makroskopische und klinische Aspekte ergänzt. Diese Ausflüge in andere Fachgebiete sind meist in kleiner Schrift gehalten und kurz; manchmal sind sie aber auch sehr ausführlich und entfernen sich dann weit vom histologischen Stoff (z.B. wird im Kapitel über die lymphatischen Organe das Immunsystem erklärt). Ein Physiologie-Lehrbuch ersetzt das nicht, fördert aber die Verknüpfung der Inhalte.
Fazit: Der Student, der ein kurzes, prüfungsbezogenes Histologiebuch auf einführendem Niveau sucht, wird mit dem „Taschenlehrbuch Histologie“ nicht glücklich. Für höhersemestrige Studenten, die ihr Grundlagenwissen verbessern wollen, kann man es jedoch gut empfehlen, weil die Fakten eng aneinander gereiht sind und das Buch keinen unnötigen Ballast enthält. Studenten im ersten Abschnitt sollten jedoch besser auf andere Bücher wie den Alberts (Zellbiologie), den Junqueira (Histologie) und evtl. nur die Folien ausweichen.
SZ
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Kommentare
ich habe damals im ersten Jahr gleich die Lüllmann- Rauch (damals 2.Auflage) gekauft, und es ist nach wie vor ein Buch in dem ich gerne etwas nachschlage. Die kurzen, prägnant erklärten, Ausflüge in die Physiologie machten es mir damals erst möglich den Silbernagel zu verstehen, Biochemie hätte ich nie ohne meinem geliebten Histo-Buch geschafft, und wenn im Lippert wiedermal was nicht zu finden ist, zahlt es sich aus einen Blick rein zu riskieren.
das Buch war die Basis zu meinem bisherigen Prüfungserfolg - ich würde auch Studienanfängern unbedingt dieses empfehlen!
Ich muss allerdings sagen, dass vor allem der erste Teil, die allgemeine Histologie, für die SIP1 super zusammengefasst ist! Der organspezifische Teil, ja, den kann man dann getrost weglassen im ersten Jahr!