ÖH Medizin Wien lehnt Numerus Clausus als Selektionsmittel strikt ab
Die ÖH an der MedUni Wien reagiert mit Ablehnung auf den Vorstoß des Vizerektors für Lehre an der MedUni Innsbruck, Norbert Mutz, den Numerus Clausus als Selektionsmittel für den Zugang zu den medizinischen Studien heranzuziehen.
"Der NC stellt aufgrund des heterogenen Schulsystems in Österreich sicher eine der schlechtesten Optionen dar" führt Stefan Konrad, Vorsitzender der ÖH Medizin Wien, aus. "In Anbetracht der Anzahl der Studienwerber für den diesjährigen EMS-Test steht zwar außer Frage, dass Zugangsbeschränkungen absolut notwendig sind, allerdings sollte endlich Priorität auf eine vernünftige und EU-konforme Lösung dieser Problematik gelegt werden. Seit mittlerweile 4 Jahren bewegen sich die Medizinischen Universitäten mit der Quotenregelung in heiklem Terrain, hier muss endlich Klarheit geschaffen werden" fordert Stefan Konrad die zuständigen politischen Akteure auf, endlich wirklich aktiv zu werden und sich um eine schnelle und probate Lösung für den Zugang zu den medizinischen Studien zu bemühen.
www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100217_OTS0196
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Kommentare
wenn der nc wirklich eine intelligente lösung wäre zu entscheiden wer medizin studieren darf und wer nicht, dann müssten 2 dinge zu 99% eintreffen.
1. Alle die keinen Platz aufgrund des NC´s bekommen, schaffen dieses Studium wirklich nicht.
2. Alle die einen Platz aufgrund des NC`s bekommen, schaffen dieses Studium und brechen dieses auch sonst nicht ab.
Da man dies deutschland intern ja nicht überprüfen kann, kann man eig nur dank österreich mehr oder weniger gut beweisen, dass der nc bei weitem nicht die beste lösung ist und bei weitem schlechter ist als der ems.
Immerhin hat man beim ems jedes jahr erneut die chance einen platz zu bekommen.
zu 2.: teilweise lässt sich das schon beweisen
wie war das mit der Durchfallrate von 80% und der 1. (oder 2. ?) Hammerprüfung
also sagt der bestandene (bzw. erreichte) NC wiederum nichts darüber aus, ob die zukünftigen Medizinstudenten das Studium und deren Prüfungen auch garantiert erfolgreich bestehen würden
stimmt, das hab ich ja noch nicht einmal mit einbezogen

zusammenfassend kann man also sagen:
Deutschland: NC, hohe Durchfallsraten
Österreich: ohne EMS und ohne NC, Durchfallsquote ähnlich hoch wie Deutschland / mit EMS: sehr, sehr viel niedrigere Durchfallsquoten als vorher
möchte das irgendjemand bestreiten?
nein, natürlich nicht
) um den Leuten zu helfen und den EMS nicht bestehen ?

) und dann letztendlich im EMS seine "Früchte" trägt, indem Mädchen/Frauen und/oder potentielle StudentInnen mit einseitigen Begabungen und/oder Schwächen letztendlich durchrasseln
) ist ein EMS für ganz Europa bzw. Deutschland, Österreich, etc. ohne Nachteile anzustreben
was ist mit den armen Schweinen (pardon für die Ausdrucksweise), die Medizin unbedingt studieren wollen (nicht um des Geldes, des Ansehens, des Standes und der Frauen wegen -> die Vorurteile wurden mit Absicht aufgezählt
Denen muss ja schließlich auch geholfen werden, denn diese Ärzte bzw. Medizinstudenten werden ihr ganzes Herzblut in den Beruf bzw. das Studium stecken und mit gegen 0 strebender Wahrscheinlichkeit durchfallen und hervorragende Ärzte werden
denn sonst sind wir wieder da, wo wir vorher waren:
eine nach außen hin für alle gleich (fair) erscheinende Hürde , die jedoch durch die unfaire Behandlung (durch Bildungssystem, Gesellschaft, Medien, Leuten), die schon sehr früh in der Kindheit anfängt (Ungleichbehandlung von Mädchen und Jungs), sich in der Grundschule und AHS bzw. Gymnasium extrem steigert ("die Mädchen werden von den männlichen Lehrern IMMER bevorzugt bzw. besser benotet"
erst wenn dies ALLES sich im Gleichgewicht befindet (wird es NIE
naja einen test zu finden, der vor allem die leute durchlässt, die es "nur" wirklich wollen, ist wirklich nicht das was anzustreben ist. vor allem weil es wirklich utopisch ist, die leute nach dem studium zu verfolgen um zu dokumentieren, wer ist heute ein guter arzt (wie auch immer man DAS jetzt wieder bewerten soll(seine patienten befragen?! (wie ist der unterschied zwischen chirurgen und internisten, die viel mit patienten auch kommunikativ zu tun haben, zu bewerten?) und hat 20xx an dem damaligen testverfahren x teilgenommen, um so rückschlüsse auf die testqualität zu ziehen.

aber einen test zu entwicklen, der die leute durchlässt, die mit hoher wahrscheinlichkeit das studium erfolgreich beenden, kann man ja wirklich anstreben. da vor allem dies anhand der lieben statisktik auch bewiesen werden kann.
ich kritisiere den nc nicht, weil er mehr leute durchlässt, die auch wirklich medizin studieren wollen, sondern weil er anscheind wirklich nur da ist um die unis nicht zu überfluten - erinnerung an die trotz nc hohe durchfallsquote!
Der ems hat nun mal dazu geführt, dass prozentual die absolventenquote vor allem in der damaligen ersten sip 1 aussortierungsphase extrem zugenommen hat. ich würde sagen der ems sortiert ungefähr die leute aus, die vorher durch die sip1 aussortiert wurden, nur halt vor dem studium und nicht nach dem der österreichische steuerzahler ihn ein jahr durchgefüttert hat. (und ja ich finde es auch unfair, dass die österreicher durch studiengebührwegfall monetär noch mehr mit ausländischen studenten belastet werden)
möchte das vllt. jemand abstreiten?
das Problem ist ganz einfach, dass der EMS für einige, die wirklich Medizin studieren wollen eine unüberwindbare Hürde ist (seien es die abstrakten Rechnungen, etwas medizin-realitätsfernen dreidimensionalen Beispiele, etc.)
ich hab einige Bekannte in Deutschland, die mit einer 1.6 oder 1.7 am NC scheitern, den EMS - in der Hoffnung es in Österreich schneller beginnen zu können - versuchen und dennoch nicht schaffen; weiters kenne ich ebenfalls einige in Wien, die nach 3x mal aufgegeben haben (man hat doch 5 Versuche oder wurde ich da falsch informiert)
dieses Manko (am EMS an sich) muss behoben werden, sonst hab ich keinerlei Einwände dagegen
eine andere Stellschraube ist die immer größer werdende Ungleichbehandlung in der Gesellschaft und im Bildungssystem von Knaben und Mädchen (was das alles bedeutet sei mal dahin gestellt)
ich dachte, dass ich das sehr deutlich gemacht hätte, dass es einach nicht MENSCHENMÖGLICH ist die studenten nach (zeitlich gesehen) dem studium zu bewerten. nur eine beobachtung mit anschließender bewertung anhand von zahlen kann erst sagen, ob ein verfahren etwas gebracht hat. DIES wird niemals möglich sein... selbst wenn es irgendjemand schafft diesen test zu entwickeln, man wird es nie (anhand von zahlen) BEWEISEN können, da niemand diesen UTOPISCHEN aufwand mit der damit verbundenen UTOPISCHEN summe geld durchführen wird.


dies führt dazu, dass man sich auf etwas konzentrieren sollte, was auch menschenmöglich ist. -> bestehensquoten!
und mal ganz ehrlich... es ist nun wirklich nicht so als wenn das das schlechteste kriterium wäre.
aber ja die situation: leute die wirklich vom ganzen herzen med studieren wollen und nichts anderes + eine so hohe bestehensquote wie jetzt durch ems wäre das beste der welt! - aber ich schätze, dann wären sogar noch plätze übrig
ich würde einem testentwickler schon gratulieren, der folgende situation herbeiführt: die höchste bestehensquote der verschiedenen prüfungen, die jemals erreicht wurden!!! solange eine steigerung der bestehensquote durch einen neuen test x erzielt wird, haben die testentwickler alles richtig gemacht.
und hier nochmal zur erinnerung... mit einem nc erreicht man NICHT EINMAL DAS!!!
aber ja, in österreich wird dies natürlich anders sein... als in deutschland...
Finde im Text leider keine Vorschläge! Eine Lösung mit der die Gesamtheit zufrieden ist muss man/frau erst einmal finden. Ein prachtvoller Gordischer Knoten den wir da vor uns haben.. viel Erfolg an alle die sich den Kopf zerbrechen (müssen).
Ich denke, es kommt früher oder später: Schulreform mit Zentralmatura (ad Heterogenität) und NC in den relevanten Schulfächern für die überlaufenen Studienfächer. Ganz ehrlich, wenn das jeder weiß und die Matura dementsprechend ernst nehmen und vorbereiten kann (Transparenz!), fände ich das gar nicht so schlimm. Der Hund liegt bei der Umsetzung der Zentralmatura begraben, und dieser Hund ist leider ein riesiger, ein Cerberus. Schad wäre es mir persönlich auch um das internationale Klima, wenn in Ö auch NC eingeführt wird kommen ja sicher weniger deutsche Kollegen und Kolleginnen zu uns.
Mir wär's auch lieber, wenn jeder das studieren kann was er möchte, aber dazu fehlt 1. die Kohle, 2. macht das bei Medizin, was ja bei uns doch stark als Berufsausbildung gesehen wird, vom Bedarf her nicht viel Sinn. Interessant finde ich den Ansatz ,,dass der NC in anderen Ländern auch kein geeignetes Mittel ist" (Nibbler) - man könnte ja auch fragen ,,was denn in anderen Ländern funktioniert" - hat jemand ein Land mit der Lösung auf Lager? Höhere Studiengebühren, Wissenstests, Interviews? Der NC funktioniert, hat aber Schwächen: Spätzünder und Menschen mit Lernschwierigkeiten oder anderen Problemen in der Schule bleiben auf der Strecke. Man könnte daran arbeiten, jenen, die trotz schlechter Maturaleistung unbedingt X studieren wollen, irgendwie einen Weg zu bahnen und eine Chance zu geben.
bäringer straße volksoper, grizzly shit, yo
Hätte ich von Seiten der ÖH einen brauchbaren Vorschlag, hätte ich ihn sicher kundgetan. Fakt ist: Ich habe auch keinen.
Ad NC: Man weiss genau, dass die Schulnoten mit dem Erfolg im Studium korrelieren. Deshalb ist die Medizin, in Deutschland gemeinsam mit Psychologie das "härteste" NC-Fach, auch diejenige Studienrichtung mit dem geringsten Drop-out, obwohl es sicher "leichtere" Studienfächer gibt. Problem: Nur die Noten-Elite kommt sofort ins Studium, es gibt zwar die Wartelistenquote, aber 5-6 Jahre auf seinen Studienplatz warten ohne etwas anderes im Inland studieren zu dürfen (sonst sind die Wartesemester wieder futsch) ist keine Option. Fakt ist auch, dass in Deutschland mittlerweile alle Bundesländer ein Zentralabitur haben, was zumindest innerhalb eines Landes die Vergleichbarkeit gewährleistet. In Österreich ist das derzeit überhaupt nicht umsetzbar, solang jede Schule ihre eigene Suppe kocht. Von daher ist der NC derzeit absolut keine Option.
Hinzu kommt das Problem mit der Migration. Für Österreichische Studienwerber alleine würd mans ja noch irgendwie hinkriegen. Aber zur Anschaulichkeit: Wir haben an der MUW bereits vergangene Woche die Zahl der gesamten Studienwerber von 2009 geknackt, und die Anmeldung geht noch ein paar Tage. Die Quote schützt uns noch, fragt sich halt wie lang. Es muss einfach ein arrangement auf europäischer Ebene her, das mit allen Auflagen konform geht. Aber dieses Problem gehört jetzt einfach ernsthaft angegangen und nicht mit spontanen Notfallvorschlägen wie die Einführung des NCs hinausgeschoben!!
Um den NC als Werkzeug zur Beurteilung von Leistung bzw. Leistungsfähigkeit heranzuziehen, bedarf es meiner Ansicht nach mehr als nur der Zentralmatura! Zum einen spielt ja auch die mündliche Beurteilung zu nicht geringem Ausmaß hinein, ebenso wie frühere Leistungen, die der vorgespielten Objektivität einer Zentralmatura entzogen sind. Weiters bedarf es einer Qualitätssicherung an den Schulen, bzw einer Leistungsbeurteilung der Lehrenden. Denn schlechte Lehrer haben einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Leistung und Leistungsbereitschaft ihrer Schüler. Dies könnte man beispielsweise über die Ergebnisse der Zentralmatura bestimmen, indem man signifikant schlechtere Jahrgänge identifiziert.
Es muss einfach ein arrangement auf europäischer Ebene her

auch in Ländern mit NC weiß man, dass er kein geeignetes Mittel zur Selektion ist. Wenn man aus den "Fehlern" anderer Länder nicht lernt sollte man kein Entscheidungsträger sein.
Stimme Stefan daher vollkommen zu.