madetoguideyou_medAT

medat-guide_overview

Kann man als HTL/HAK­‐Absolvent am MedAT teilnehmen? Ist das kleine Latinum Vorraussetzung für den Test? Was sind meine Alternativen, sollte ich den MedAT nicht schaffen? Wie bereite ich mich richtig auf den Test vor? Und wie lange? Ist das Medizinstudium in Wien, Innsbruck oder Graz überhaupt etwas für mich? Welche Alternativen gibt es? Wie sieht die derzeitige Arbeitssituation eines Arztes in Österreich aus? Werde ich als Arzt Geld verdienen können?

… jedes Jahr steigt die Anzahl der Bewerber für den MedAT und damit auch die Zahl der Fragen zu diesem Thema im Forum auf nextdoc.at. Um möglichst vielen Interessenten des MedAT hilfreiche und übersichtliche Antworten bieten zu können, haben wir uns auch in diesem Jahr wieder entschlossen, einen Guide für alle Testteilnehmer zu verfassen.

Überdies haben wir uns vorgenommen, mehr als nur Informationen zum MedAT zu vermitteln. Wir möchten dich auch über die Eckpunkte des Medizinstudiums, spätere Jobaussichten und mögliche Alternativen informieren. In diesem Ratgeber gehen wir also, abgesehen von allgemeinen Informationen, besonders auch auf jene Punkte ein, die für dich interessant sein können und die sonst selten erwähnt werden.

Kurz zu uns: Wir sind eine politisch unabhängige Studentenplattform. Unser Ziel ist es, über wichtige Ereignisse zu berichten, sowie Hintergründe des Medizinstudiums und des Gesundheitswesens zu beleuchten. Weiters bieten wir Medizinstudenten die Möglichkeit, im Forum mit anderen Kollegen zu kommunizieren, selbsterstellte Lernunterlagen zu veröffentlichen und absolvierte Spitalspraktika zu bewerten.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg für den MedAT!

Deine

logo_MSat_flat – Redaktion!

Fehlt dir etwas, ist etwas ungenau oder gar falsch beschrieben? Hast du sonstige Vorschläge? Möchtest du bei der nächsten Version des MedAT-­Guides mitarbeiten? Melde dich einfach bei redaktion@medizinstudium.at (Wie du vielleicht hier schon mitbekommen hast, handelt es sich bei den blau markierten Textteilen um anklickbare Links.)

 

 

Unsere Gebote für den MedAT

Tipps, Tricks und Hinweise

 

» Vorbereitung führt zu einem größeren Erfolg

Von der rechtzeitigen Anmeldung bis hin zur richtigen Verpflegung beim MedAT: Beginne rechtzeitig, dich mit dem MedAT und den vielen zugehörigen Faktoren auseinanderzusetzen. Überlege dir rechtzeitig, wann du ausreichend Zeit haben wirst, um dich auf den MedAT vorzubereiten. Womit möchtest du lernen, wie viel, wann und wo? All das sind keine unwesentlichen Faktoren für das erfolgreiche Absolvieren des MedAT. Wir geben dir Tipps dazu.

 

» Vertrau’ dir selbst

Glaub’ nicht, was man dir über vermeintliche MedAT-­Großtaten erzählt. Klar, irgendwer wird schon unter den besten zehn Teilnehmern gewesen sein, den du über drei Ecken kennst. Aber ist das für dein Weiterkommen relevant? Nein! Am Ende haben alle nur zwei Tage gelernt, haben mit einem Bier in der Hand in der Schlange gestanden, hatten beide Arme eingegipst und sind nach der Hälfte der Zeit gegangen, weil sie sich sicher waren, mindestens Dritter geworden zu sein. Du musst nicht unter die Top 100. Der letzte zu vergebende Studienplatz deiner Wunsch‐Uni reicht genauso.

Hinterher interessiert das niemanden mehr!

 

» Von nichts kommt nichts

Unser allerliebster Chefarzt, Dr. Bob Kelso aus der TV-­Serie “Scrubs”, wusste schon, dass es ohne Fleiß keinen Preis gibt: „Nothing in this world that’s worth having comes easy„. Wenn du also den MedAT bestehen möchtest, dann gib dein Bestes.

 

» Mentale Stärke

Denke positiv, bereite dich ausreichend vor und finde heraus, wo deine Schwächen und Stärken bei den einzelnen MedAT-­Aufgabengruppen liegen. Die meisten werden bei der einen oder anderen Aufgabengruppe vor Ablauf der Zeit fertig. Nutze solche Pausen, um auf die Toilette zu gehen, etwas zu essen oder zu trinken. Auf keinen Fall solltest du von Anfang an einzelne Aufgabengruppen verloren geben. Jeder Punkt zählt und wenn du gar nicht mehr weiter weißt, hast du immerhin eine 20%-­Chance, zufällig die richtige Antwort zu wählen. In jedem Fall solltest du also bei jeder Frage ein Kreuz setzen. Achte also vor allem bei dem jeweils letzten Aufgabenblock vor der Pause und vor Schluss auf die Zeit!

 

» Nicht verzagen!

Mach dir nichts daraus, wenn du den MedAT nicht beim ersten Mal bestehst. Nütze die Zeit bis zum nächsten MedAT, zum Beispiel mit einem Auslandsjahr, einem Job, einem anderen Studium, das dich auch interessiert, einem Praktikum oder einem freiwilligen sozialen Jahr und entdecke die Welt. Und wenn du darüber nachdenkst, fallen dir sicherlich noch weitere Alternativen ein!

Wenn du wirklich den ehrlichen Wunsch hast, Medizin zu studieren, dann hast du die Möglichkeit, den MedAT so oft zu wiederholen, wie es nötig ist. Und außerdem musst du ja vielleicht nicht unbedingt in Wien, Innsbruck oder Graz studieren …

 

» Alternativen

Halte dir immer vor Augen, dass der MedAT bei weitem nicht alles im Leben ist. Es gibt auch andere Universitäten mit anderen Aufnahmekritierien. Du hast ausreichend viel Geld zur Verfügung? Dann versuche es in Salzburg. Hast du lauter Einser in deinem Zeugnis? Dann ab nach Deutschland! Mehr zu den möglichen Alternativen findest du im Kapitel „Plan B“.

Häufige Fragen zum Medizinstudium

 

[A]

Abschnitte

Das Medizinstudium ist in drei Abschnitte unterteilt. Genauere Informationen zum Medizinstudium an den drei Medizinischen Universitäten Österreichs, Wien, Innsbruck und Graz, findest du hier.

Arbeiten neben dem Studium siehe J -­‐ Jobs

 

[B]

Bücher

Welche Bücher du im Studium benötigen könntest, kannst du für Wien und Innsbruck im Erstklässlerguide nachlesen. Für Wien gibt es auch schon Ratgeber für das zweite, dritte und vierte Jahr. Zumindest die Buchempfehlungen aus den Guides dürften in gewissem Maße auch auf Innsbruck und Graz übertragbar sein. Es geht ja schließlich immer um dieselben Standardwerke.

Auf unserer Website findest du außerdem Rezensionen von Büchern, die auch bei der Testvorbereitung hilfreich sein können!

 

Bologna-­Prozess

Der Bologna-­Prozess ist ein Vorhaben zur Schaffung eines -­ im Idealfall -­ international einheitlichen Studiensystems. Im Zuge des Bologna-­Prozesses wurden alle Studien auf das Bachelor-­ und Mastersystem umgestellt, das mittlerweile in den meisten Universitäten der Welt Einzug gefunden hat. Eine Ausnahme stellt hier zum Beispiel nach wie vor das Medizinstudium dar, in dem es keine Unterteilung in Bachelor und Masterstudien gibt.

Das Studium der Human-­und Zahnmedizin ist demnach einer der wenigen noch existierenden Diplomstudiengänge.

 

[C]

Curriculum

Das Curriculum entspricht der Studienordnung bzw. dem Studienplan des jeweiligen Studiums und beinhaltet alle Verpflichtungen sowie Rechte eines Studenten sowie den angestrebten Zeit-­‐ und Lehrplan. Den Lehrplan für das Diplomstudium Humanmedizin findest du auf den Websites der MUW, der MUI oder der MUG.

 

[D]

Diplomstudium

Das Studium der Humanmedizin ist ein Diplomstudium mit einer geregelten Mindeststudiendauer von sechs Jahren. Am Ende der akademischen Ausbildung steht ein Diplom. Man erhält den Titel Dr. med. univ. verliehen, der allerdings nicht, wie der Name vermuten lässt, einem Doktorgrad entspricht, sondern einem Diplomgrad. Dieser lässt sich mit einem Mastergrad (siehe Bologna-­ Prozess) vergleichen.

 

[F]

Freizeit

Auch für Medizinstudenten ist es möglich, ihre Freizeit zu nutzen. Der Zeitaufwand ist im Großen und Ganzen nicht ungemein höher als bei anderen Studienrichtungen, sofern man sich seine Arbeits-­‐ und Lernzeit richtig einteilt und versteht, seine Prioritäten richtig zu setzen. Der richtige Lernstress konzentriert sich meist je nach persönlichem Lernaufwand auf ein bis drei Monate vor den großen Jahresprüfungen (SIP), die im Juni stattfinden. Es ist also machbar und eine immer höhere Absolventenquote zeigt auch, dass das Studium weniger Studenten aussiebt, als man glauben möchte.

 

Famulatur

Famulaturen sind Krankenhauspraktika, die jeder Medizinstudent ab dem Sommer nach dem vierten Semester absolvieren muss.

Mit der Einführung des klinisch-­praktischen Jahres im sechsten Jahr des Studiums wurde die Famulaturregelung in Wien an die in Innsbruck geltende angepasst. Insgesamt müssen 12 Wochen Famulatur absolviert werden, davon vier Wochen in der Allgemeinmedizin und vier Wochen in der Inneren Medizin. Die restlichen vier Wochen sind frei wählbar.

In Graz sind während des zweiten Studienabschnittes 16 Wochen Famulatur zu absolvieren, im 3. Studienabschnitt zusätzlich 5 weitere Wochen in der Allgemeinmedizin.

Ziel dieser Famulaturen ist es, das theoretische Wissen in der Praxis unter Anleitung von Ärzten zu festigen und einfache praktische Fertigkeiten wie zum Beispiel das Blutabnehmen zu verbessern. Im sechsten Jahr gibt es dann das Klinisch-­Praktische Jahr (KPJ). Zahnmedizinstudenten müssen keine verpflichtenden Famulaturen ableisten.

Weitere Infos zum KPJ findest du auf nextdoc.at.

[J]

Jobs -­kann man neben dem Medizinstudium arbeiten?

Ja, man kann durchaus neben dem Medizinstudium arbeiten, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Es gibt zahlreiche Studenten, die neben dem Studium Geld verdienen und trotzdem die Prüfungen bestehen. Wichtig ist, dass du dir die Arbeitszeit flexibel einteilen kannst und maximal 10 bis 15 Stunden in der Woche arbeitest.

Der Lernaufwand ist nicht konstant hoch, sondern variiert sehr. Gut wäre es, wenn du zumindest im Juni nicht arbeiten müsstest, damit du dich voll und ganz auf das Lernen für die Gesamtprüfung jedes Studienjahres (Summative integrierte Prüfung -­‐ SIP) konzentrieren kannst. Jobs findet man am besten unter unijobs.at und auf nextdoc.at/Jobs. Es gibt auch die Möglichkeit, im Laufe des Studiums als Tutor zu unterrichten, dafür gibt es auch eine Bezahlung, die meist unter der Geringfügigkeitsgrenze liegt.

Einschränkend muss jedoch beachtet werden, dass im Vergleich zu anderen Studienrichtungen wohl etwas weniger Zeit zum Arbeiten bleibt, wenn man alle Vorlesungen besucht. Bei den Vorlesungen, die beispielsweise in Wien üblicherweise werktags von 8 bis 12 Uhr stattfinden, herrscht keine Anwesenheitspflicht, wobei die Anwesenheit in einigen Fächern jedoch sehr von Vorteil sein kann.

 

[K]

Kosten -­ wie viel kostet mich das Studium?

Abseits von Wohn-­ und Lebenshaltungskosten, Kosten für das Semesterticket (Wien, Innsbruck, Graz) und weiteren Ausgaben sind die Studienausgaben speziell für das Medizinstudium durchaus überschaubar. Erstens hat man als Student die Möglichkeit, viele Bücher und Skripten kostenlos im PDF-­Format zu beziehen. Zusätzlich kann man fast jedes benötigte Lehrbuch meist aus der Bibliothek ausleihen. Ansonsten gibt es bei Lehrbüchern, Stethoskopen und Mänteln weder bei der Auswahl noch beim Preis Grenzen.

 

[M]

MedAT‐pflichtige Studiengänge

Der Eignungstest für das Medizinstudium ist in erster Linie für Bewerber des Diplomstudiums der Humanmedizin verpflichtend. Daneben gibt es noch das Diplomstudium „Zahnmedizin“ und das Bachelorstudium „Molekulare Medizin“ (nur in Innsbruck), welche ebenfalls eine Teilnahme am Test voraussetzen.

Bewerber für Zahnmedizin müssen eine abgewandelte Form des MedAT absolvieren, den MedAT-­ Zahn, bei dem auch die manuelle Geschicklichkeit unter Beweis gestellt werden muss.

Im Unterschied zu den anderen beiden Studiengängen gibt es beim Bachelorstudium „Molekulare Medizin“ keine reservierten Platzkontingente für Österreicher bzw. Bewerber aus der EU (siehe Quotenregelung).

 

Medizinstudium ‐ ist Medizin das richtige Studium für mich?

Kaum ein erfolgreicher Medizinstudent wird vor Antritt des Medizinstudiums hundertprozentig gewusst haben, ob er die richtige Entscheidung getroffen hat. Viele sind sich dessen auch nach sechs Jahren Studium noch nicht ganz sicher. Wichtig ist, dass du selbst Medizin studieren willst (nicht deine Eltern, Verwandten, Freunde, …) und das auch für mindestens sechs Jahre. Sollte es doch nicht dein Ding sein, dann lass es wieder. Niemand darf dir deswegen böse sein und du musst kein schlechtes Gewissen haben, jemandem den Studienplatz weggenommen zu haben.

Wenn du dich in eine Vorlesung setzen möchtest, um ein wenig hinein zu schnuppern, kein Problem!

Du möchtest am liebsten sofort etwas für das Studium tun und kannst den Oktober nicht mehr erwarten? Das Taschenbuch „Der Körper des Menschen: Einführung in Bau und Funktion“ ist eine passende Lektüre um herauszufinden, ob dich der Stoff der ersten Jahre des Medizinstudiums interessiert. Eine andere passende Lektüre ist das Standardlehrwerk für Pflegekräfte „Biologie,Anatomie, Physiologie“, in dem ein umfassender erster Einblick in diese drei wesentlichen Aspekte der Medizin gegeben wird. Du benötigst keinesfalls die neuesten Auflagen und in unserem Forum unter der Rubrik Marktplatz findest du immer wieder gebrauchte Exemplare. Außerdem stehen beide Exemplare in den allermeisten medizinisch orientierten Bibliotheken.

In jedem Fall ist es aber empfehlenswert, vor Studienbeginn ein mehrwöchiges Pflegepraktikum in einem Klinikum zu absolvieren, im medizinischen Bereich eine Ausbildung oder ein freiwilliges soziales Jahr zu machen. Viele frisch maturierte junge Leute haben eine sehr romantische Vorstellung vom Arztberuf und dem Klinikalltag. Daraus ist ihnen kein Vorwurf zu machen, praktische Erfahrungen kommen in der gymnasialen Ausbildung in aller Regel viel zu kurz. Jedoch ist es sicher besser, in der Sommerpause vor Studienbeginn 6 Wochen in ein Praktikum zu investieren, als nach 6 Jahren festzustellen, dass man das falsche Studium gewählt hat. Ein Pflegepraktikum kannst du dir, wenn du gewisse Vorgaben berücksichtigst, in Wien sogar auf eine Lehrveranstaltung des ersten Semesters anrechnen lassen.

 

[O]

ÖH -­ Österreichische Hochschülerschaft

Die ÖH ist die offizielle Vertretung der Studierenden, die sich aus gewählten Fraktionen (Parteien) und Vertretern zusammensetzt. Die ÖH Medizin besteht aus Kollegen nahezu aller Jahrgänge und vertritt dich bei Beschlüssen und Verhandlungen mit der Universität. Alle zwei Jahre gibt es an allen Universitäten eine ÖH-­Wahl, bei der du auch deine Bundesvertretung wählen kannst und sollst.

 

[P]

Prüfungssystem ‐ gibt es Unterschiede zwischen Wien, Innsbruck und Graz?

Zwar haben Wien und Innsbruck ein ähnliches Prüfungssystem, damit enden jedoch schon die Gemeinsamkeiten der beiden Universitäten. Denn auf jeder Universität gibt es unterschiedliche Theorien, wie man den ultimativen Lehrplan zusammenstellt. In Graz unterscheidet sich auch das Prüfungssystem vollständig von dem der beiden anderen MedUnis. Daraus ergibt sich auch das Problem, dass man nur mit großen zeitlichen Abschlägen zwischen den drei Universitäten wechseln kann.

Mehr Informationen zu den einzelnen Prüfungsmodalitäten gibt es weiter unten.

 

[S]

Studentenvertretung, Studierendenvertretung

siehe ÖH

Studiendauer

Generell dauert das Medizinstudium 6 Jahre, ausgenommen in Salzburg, dort sind es nur fünf Jahre. Um den Doktortitel dann auch offiziell tragen zu dürfen, bedarf es neben einer eigenständig verfassten Diplomarbeit und einer Diplomprüfung auch einer bestimmten Anzahl an Spitalspraktika (Famulaturen genannt). Diese Praktika musst du vorrangig in der vorlesungsfreien Zeit absolvieren. Aufgrund der durchstrukturierten Curricula in Wien, Innsbruck und Graz ist es für die meisten Studenten kein Problem, das Studium in der Mindestzeit von sechs Jahren abzuschließen, obwohl die drei MedUnis einen unterschiedliche Lehrpläne aufweisen: Arzt wird man auf allen drei Unis. Zu den Unterschieden zwischen den drei Unis gibt es weiter unten zusätzliche Informationen.

 

[W]

Wohnen

Siehe Kapitel Plan A

 

[Z]

Zahnmedizin

Siehe Kapitel „Zahnmedizin“.

 

Allgemeine Informationen zum Medizinstudium

Gliederung, Schwerpunkte und Vorteile der Medizinischen Universität Wien (MUW), der Medizinischen Universität Innsbruck (MUI) und der Medizinischen Universität Graz (MUG)

 

Voraussetzungen für das Medizinstudium/Zahnmedizinstudium

Neben einer erfolgreichen Matura und einem Testergebnis, das für die Zuteilung eines   Studienplatzes ausreichend ist, gibt es noch zwei weitere Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um in Österreich Medizin studieren zu dürfen. Falls du in deiner Schule zu wenig Latein oder Biologie hattest, ist es nämlich nötig, diese Fächer für das Medizinstudium nachzuholen. Informiere dich rechtzeitig, wann die Prüfungstermine stattfinden und sieh zu, dass du mit den zuständigen Personen Kontakt aufnimmst.

 

Latein

Die Ergänzungsprüfung in Latein (Medizinische Terminologie) ist wohl für die meisten relevant, und wird deshalb hier an erster Stelle abgehandelt. Du musst Latein erst NACH dem MedAT nachholen (also bitte, bitte, bitte keine lateinischen Vokabeln für den MedAT pauken!!!), sollten deine  Zeugnisse insgesamt weniger als zehn Wochenstunden Latein vorweisen. Wenn du ein Schuljahr lang jede Woche eine Stunde lang Latein hattest, dann ist das eine Wochenstunde. Sind es weniger Stunden, musst du eine Ergänzungsprüfung für dieses Fach ablegen:

Als Student der MUW kannst du die Prüfung “Medizinische Terminologie” bei Prof. Streicher absolvieren. Die gleichnamige zweisemestrige Vorlesung beinhaltet Erläuterungen medizinischer Fachausdrücke aus dem Lateinischen und Griechischen. Die Vorlesungsreihe beinhaltet eine abwechslungsreiche Einführung in den Grundaufbau der medizinischen Sprache mit zahlreichen Beispielen aus dem Vorklinik-­ und Klinikalltag. Abgelegt werden muss die Prüfung bis zum Ende des ersten Abschnitts.

Mehr Informationen und aktuelle Termine unter:

An der Medizinischen Universität Innsbruck wird diese Zusatzvorlesung aktuell nicht mehr angeboten, weshalb es dem Studenten obliegt, sich selbst einen Kurs inklusive Prüfung zu organisieren, der die erforderlichen Kriterien einer Ergänzungsprüfung (laut Universitätsgesetz) erfüllt. Dies bedeutet, dass auf dem Niveau von vier Jahren Schullatein bzw. dem Level zum Ende der 8. Klasse (bei 12 Wochenstunden) geprüft wird.

Eine Möglichkeit, einen solchen (kostenpflichtigen) Kurs abzulegen, ist der ISI-­Kurs der LFU (Das Studierendenportal der Universität Innsbruck). Alternativ kann man auch an der Hauptuni Innsbruck als Externer an einem Vorbereitungskurs für lateinpflichtige Studiengänge teilnehmen. Dieser ist aber ebenfalls kostenpflichtig.

In Graz wird die Ergänzungsprüfung von der MedUni angeboten, ein vorbereitendes Skriptum kann über die Hauptuni erworben werden. Außerdem werden natürlich auch in Graz ISI‐Kurse angeboten.

 

Biologie

Sollte im Rahmen der Schulausbildung kein (oder zu wenig) Oberstufen-‐Biologieunterricht nachweisbar sein, ist es notwendig, dieses Wissensgebiet nachzulernen und eine Zusatzprüfung oder eine Externistenprüfung darüber abzulegen. Eine Externistenprüfung kann z.B. in einem Gymnasium abgelegt werden. Sie wird vom Landesschulrat im jeweiligen Bundesland angeboten. An der MUW kann die Zusatzprüfung direkt an der Universität abgelegt werden.

Die Verpflichtung zum Bestehen einer solchen Prüfung ist an den drei Universitäten unterschiedlich. In Wien reicht der Nachweis über drei absolvierte Jahreswochenstunden. In Graz entfällt diese Prüfung konsequenterweise, da ja schon der Med-­AT Biologiekenntnisse abfragt.

In Innsbruck muss nur eine Wochenstunde nachgewiesen werden. Kann der Beweis über diese Wochenstunde nicht erbracht werden, kann keine Inskription für das Medizinstudium erfolgen. Die Zusatzprüfung bzw. Externistenprüfung muss also in diesem Fall vor der Inskription erfolgen, da man ansonsten den Anspruch auf seinen Studienplatz verliert. In der Regel obliegt es der Verwaltung, den Studienplatz vorerst noch für den entsprechenden Kandidaten zu reservieren, der dann bis zum Semesterbeginn Zeit hat, die Zusatzprüfung abzulegen.

Das Wissen, das dir vermittelt wird, ist auf jeden Fall hilfreich, da einige Vorlesungen einem sonst möglicherweise völlig unverständlich sind. Außerdem werden im MedAT ohnehin Grundkenntnisse der Biologie auf Maturaniveau abgefragt, man kann also beim Lernen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Entscheidet man sich für die Zusatzprüfung an der MUW, so nimmt man am 90-­minütigen schriftlichen Sammeltermin teil, bei dem es Textfragen zu beantworten gilt.

Weitere Informationen zum Prüfungsstoff und organisatorischen Ablauf findest du auf der Seite der MUW. Auf dem nextdoc-­Marktplatz gibt es oft günstige essentielle Lernunterlagen. Der Prüfungsstoff ist auf der Website der MUW angegeben.

 

Reifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung

Personen ohne Reifeprüfung können durch die Ablegung der Studienberechtigungsprüfung (SBP) die Berechtigung zum Besuch einer Universität als ordentliche Studierende erlangen. Diese muss jedoch vor dem MedAT abgelegt werden, allein das Bestehen der Studienberechtigungsprüfung reicht also nicht aus, um einen Studienplatz zu erhalten. Mit der Prüfung erhält man lediglich das Recht, an dem Auswahlverfahren teilzunehmen und einen aufgrund des MedAT-‐Ergebnisses zugesprochenen Studienplatz in Anspruch zu nehmen.

Mit dem Ablegen der Studienberechtigungsprüfung erhält man also die Möglichkeit, eine oder mehrere eng verwandte Studienrichtungen zu studieren. Für das Studium der Human-­oder Zahnmedizin benötigt man dementsprechend die Prüfung für „Medizinische Studien“. Um zu der Studienberechtigungsprüfung antreten zu dürfen, muss man jedoch einige Voraussetzungen erfüllen, beispielsweise muss man mindestens 20 Jahre alt sein und hinsichtlich der Staatsbürgerschaft bzw. der Aufenthaltserlaubnis gewisse Kriterien erfüllen. Genauere Informationen gibt es auf den jeweiligen Homepages der MedUnis.

Studienanwärter, die zwar über keine Reifeprüfung, jedoch über gewisse berufliche Qualifikationen verfügen, können über die Berufsreifeprüfung die Möglichkeit erlangen, Medizin zu studieren.

 

Curricula

Nun zu einer kurzen Zusammenfassung der Curricula der drei medizinischen Universitäten in Österreich. Die Prüfungssysteme erscheinen Außenstehenden auf den ersten Blick etwas unklar und verwirrend, aber spätestens nach ein paar Wochen auf der Uni beginnst du, das System, seine Schwerpunkte und seine Gliederung zu verstehen. Es ist nicht unwesentlich, die Unterschiede zwischen Wien, Innsbruck und Graz vor der MedAT-­Anmeldung zu kennen, schließlich kann man sich nur für eine der drei Universitäten bewerben. Der Ort, Wien, Innsbruck oder Graz, an dem du dich entschließt, den Test zu schreiben, wird auch der Studienort sein, für den du dich bewirbst. Ein Wechsel ist nicht vorgesehen und höchstens irgendwann im Laufe des Studiums möglich. Überleg dir also im Vorfeld genau, an welcher der drei Universitäten du dich bewirbst!

Für Wien spricht sicherlich der Großstadtfaktor mit all seinen Vorteilen. Innsbruck hingegen bietet im Winter sicher mehr als das meist triste und in Grau gehüllte Wien. Graz ist eine typische Studentenstadt und bietet damit viele Möglichkeiten.

Egal für welche Universität du dich entscheidest, alle drei Unis haben ihre Vorzüge. Auf den folgenden Seiten listen wir kurz gefasst auf, wie die drei Universitäten ihre Ausbildungsjahre gestalten.

 

MUW ‐ Medizinische Universität Wien

Die jährlichen ­‐ planmäßig Ende Juni ‐ zu absolvierenden SIP (Summative Integrative Prüfungen) sind eine Mischung aus Best­‐Choice­‐ (eine von fünf Antworten ist richtig) und Multiple‐Choice-­Test (besser Pick-­N Fragen genannt, eine bestimmte Anzahl von Antworten ist richtig) mit 160 bis 230 Fragen. Die Bestehensgrenze liegt im 1. Jahr bei 66 %, in den darauffolgenden Jahren bei 60 %. Jede Prüfung setzt sich aus mehreren (in der Regel sechs) Blöcken zusammen. Jeder Block muss ebenso mit mindestens 60 % richtig beantwortet werden. Im ersten Jahr kann man einen Block wiederholen, in den späteren Jahren jeweils zwei, sofern die allgemeine Bestehensgrenze erreicht wurde. Sonst muss die ganze SIP wiederholt werden. Um zur SIP antreten zu dürfen, müssen zuvor alle Lehrveranstaltungen mit Prüfungscharakter, bzw. alle ins Semester eingebetteten Prüfungen bestanden worden sein.

Humanmedizin – Wien

Erster Abschnitt – Zum Kennenlernen

In den ersten beiden Jahren ist der Unterricht für Zahn-­ und Humanmediziner gleich. Erst ab dem dritten Jahr trennen sich die Wege und die Zahnmediziner übersiedeln ein paar Gebäude weiter in die neugestaltete Zahnklinik. Für die Humanmedizin stehen im ersten Abschnitt 660 Plätze zur Verfügung.

Erstes Jahr

Das erste Jahr setzt sich aus sechs Blöcken zusammen, in denen die Grundlagen für die späteren Blöcke und Jahre vermittelt werden sollen. Hauptfächer sind Anatomie, Histologie, Physiologie und Biochemie. Diese werden ergänzt mit Einblicken in diverse andere Fächer wie Epidemiologie, Embryologie, Radiologie und Pharmakologie. Für weitere Informationen kannst du den Erstklasslerguide für Wien zu Rate ziehen.

 

Zweiter Abschnitt – Volle Ladung Wissen

Zweites Jahr

Im zweiten Jahr werden viele Krankheitsbilder verschiedenster Disziplinen (Herz, Lunge, Genetik) vermittelt. Ebenso gibt es Lehrveranstaltungen zu den Fächern Innere Medizin, Pharmakologie und Mikrobiologie. Weiters findet ab dem 4. Semester der erste Sezierkurs (Organmorphologie) statt und man lernt die wichtigsten Grundfertigkeiten für die späteren Spitalspraktika (Famulaturen) kennen.

Weitere Informationen siehe Zweitklasslerguide.

Drittes Jahr

Im dritten Jahr geht es weiter mit klinischen Fächern wie Gastroenterologie, Nephrologie, Gynäkologie, Pädiatrie, Neurologie, HNO und Dermatologie. Dazu hat man über das ganze Jahr verteilt das Fach Organmorphologie (Sezieren).

Weitere Informationen siehe Drittklasslerguide.

Viertes Jahr

Im vierten Jahr erhält man den letzten Feinschliff, um für die vielen Spitalspraktika in den letzten beiden Unijahren gewappnet zu sein. Psychiatrie, Orthopädie, Ethik und Recht sind neben den Methodenseminaren, die einen auf die Diplomarbeit vorbereiten, Bestandteil des vierten Jahres an der MUW.

Weitere Informationen siehe Viertklasslerguide.

 

Dritter Abschnitt – Von der Theorie in die Praxis

Fünftes Jahr

Schon im fünften Jahr wird das Studium mehr praktisch als theoretisch. Im Rahmen von sogenannten Tertialen sind die Bereiche Kinder-­‐ und Jugendmedizin, Notfallmedizin, Psychologie, Neurologie, Gynäkologie, HNO und Augenheilkunde auf Station im Rahmen eines Praktikums abzudecken.

Gleichzeitig sind weiterhin Vorlesungen und andere Lehrveranstaltungen zu besuchen.

Sechstes Jahr -­ Klinisch-­Praktisches Jahr.

Im 6. Jahr sind im Rahmen des klinisch-­praktischen Jahres 48 Wochen Praktikum, verteilt auf drei Tertiale à 16 Wochen zu absolvieren. Die Tertiale decken die Bereiche „Innere Medizin“, „Chirurgie und perioperative Fächer“ und ein oder zwei Wahlfächer (2 x 8 Wochen) ab und sind in einer Klinik oder einer Lehrpraxis (Allgemeinmedizin) zu absolvieren. Nichtklinische Fächer (z.B. Pathologie) können nur im Ausmaß von 8 Wochen absolviert werden.

Zahnmedizin -­ Wien

Die ersten beiden Jahre des Zahnmedizinstudiums in Wien entsprechen weitgehend denen des Humanmedizinstudiums. Wie bei den Humanmedizinern gibt es auch bei den Zahnmedizinern eine jährliche schriftliche Überprüfung (s.o.). 2014 werden in Wien 80 Studienplätze für Zahnmedizin angeboten.

Drittes Jahr

Im ersten zahnmedizinischen Jahr geht es gleich zur Sache. Mund und Kiefer werden genauer unter die Lupe genommen, genauso wie die Innere Medizin und die Schmerzwahrnehmung des Menschen. Seminare über wissenschaftliches Arbeiten und praktische Übungen runden das dritte Jahr ab.

Viertes Jahr

Es wird immer spezifischer. Themen wie Veränderungen am Zahnfleisch (Parodontose), Kieferorthopädie und Chirurgie werden nun gelehrt. Danach kann man schon am Schweinekiefer die Theorie in die Praxis umsetzen.

Fünftes Jahr

Nun fängt das 72-­Wochen-­Praktikum an, das bis ins 6. Jahr hinein andauert. Dabei arbeitet und lernt man als Assistent direkt am Patienten und kann so wertvolle Erfahrungen sammeln.

Sechstes Jahr

Im letzten Jahr geht es nun ans Eingemachte. Neben dem 72-­Wochen-­Praktikum gibt es noch eine Diplomarbeitsprüfung sowie eine mündliche und schriftliche Abschlussprüfung.

 

MUI ­‐ Medizinische Universität Innsbruck

Humanmedizin

Im Unterschied zum Medizinstudium in Wien, wo schon recht früh modular gelehrt wird, werden in Innsbruck in den ersten drei Semestern die sogenannten Grundlagenfächer durchgenommen. Die kleinere Studentenzahl (360) an der Innsbrucker Universität im Vergleich zur MUW wird oft als Vorteil angesehen, aber diese Behauptung lässt sich weder beweisen noch widerlegen.

Die erste jährliche Gesamtprüfung (Summative integrierte Prüfung -­‐SIP) ist, ähnlich wie in Wien, in Blöcke unterteilt. Es handelt sich um einen best-­choice-­Test (eine Antwort von fünf Möglichkeiten ist korrekt), bei dem insgesamt 60 % aller Fragen richtig beantwortet werden müssen und zusätzlich in jedem Block die Hälfte aller Fragen. Die Wiederholung einzelner Blöcke ist nicht möglich. Die Lehrveranstaltungen mit Prüfungscharakter in jedem Studienjahr sind Voraussetzung, um die SIP am Ende des Studienjahres schreiben zu dürfen.

 

Erster Abschnitt

Erstes Jahr

Im ersten Studienjahr werden die naturwissenschaftlichen Grundlagenfächer durchgenommen. Hauptsächlich beschäftigt man sich mit Anatomie, Histologie, Chemie, Physik, Physiologie und Embryologie. Gleichzeitig gibt es im ersten Jahr gleich zwei größere Hürden zu absolvieren, bis die erste schriftliche Jahresprüfung (SIP 1) vor der Tür steht: Die Gesamtprüfung des ersten Monats (UKM) und der kleine Sezierkurs. Mit bestandener SIP 1 hast du bereits den ersten Studienabschnitt in der Tasche! Weitere Informationen siehe Erstklasslerguide (Innsbruck).

 

Zweiter Studienabschnitt

Zweites Jahr

Das dritte Semester steht ganz im Zeichen des großen Sezierkurses und des Histologie-­ Praktikums. Das vierte Semester rundet die Lehre der medizinischen Grundlagen ab und gibt Einblicke in den klinischen Abschnitt des Studiums.

Drittes Jahr

Im dritten Studienjahr werden die klinischen Aspekte vertieft. Man beschäftigt sich mit der Pharmakologie und mit den funktionellen Systemen des menschlichen Körpers. Einer der Schwerpunkte im dritten Jahr ist der problemorientierte Kleingruppenunterricht (POL), in dem in einer Kleingruppe Fallbeispiele bearbeitet werden.

 

Dritter Studienabschnitt

Viertes Jahr

Vom vierten bis zum sechsten Jahr befindest du dich im dritten Studienabschnitt, der hauptsächlich in der Klinik stattfindet. Im vierten Jahr beschäftigt man sich also intensiv mit klinischen Fächern wie Pathologie, Infektiologie oder Onkologie, aber auch mit Mikrobiologie oder Genetik.

Fünftes Jahr

Neben dem Praktikum in der Klinik beschäftigt man sich mit der inneren Medizin, Radiologie, Neurologie, Psychiatrie, Dermatologie und HNO.

Sechstes Jahr

Das letzte Studienjahr in Innsbruck ist das klinisch-­praktische Jahr (KPJ). In insgesamt 32 Wochen praktiziert man in der Klinik und durchläuft im Rotationsschema diverse Pflicht-­und Wahlmodule.

 

Zahnmedizin ‐ Innsbruck

Auch das Zahnmedizinstudium ist in drei Studienabschnitte geteilt, wobei die ersten beiden Abschnitte (bzw. die ersten drei Studienjahre) der allgemeinmedizinischen Ausbildung dienen und zu diesem Zweck zusammen mit den Studenten der Humanmedizin geführt werden. Derzeit stehen für die Zahnmedizin in Innsbruck 40 Studienplätze zur Verfügung.

 

Erster und zweiter Studienabschnitt

Die ersten drei Jahre sind im Wesentlichen identisch mit dem Studium der Humanmedizin. Jedoch muss man im zweiten Studienjahr als Zahnmediziner am zahnmedizinischen Eingangstest teilnehmen, welcher im 4. Semester stattfindet und bei negativer Bewertung im 6. Semester nachgeholt werden kann. Der Test besteht aus einem schriftlichen Teil und einem praktischen Teil, wobei beide mit einer gewissen Mindestpunktezahl bestanden werden müssen. Für den dritten Studienabschnitt gibt es für Zahnmediziner maximal 25 Plätze, welche für die besten Studenten des Eingangstests und der SIPs reserviert sind. Die Nachgereihten müssen mit Wartejahren rechnen, wobei es in den letzten Jahren nicht vorgekommen ist, dass es mehr Bewerber als Plätze für den dritten Studienabschnitt gegeben hat.

Sowohl SIP 1 als auch SIP 2 werden zusammen mit den Humanmedizinstudenten geschrieben.

 

Dritter Studienabschnitt

Der dritte Studienabschnitt ist für Zahnmedizinstudenten sehr arbeitsintensiv. Man erhält an der Zahnklinik einen Arbeitsplatz, der einem für die folgenden drei Jahre zur Verfügung steht. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Kombination aus praktischen Übungen, klinischen Praktika und Vorlesungen. Außerdem muss ein Praktikum im Ausmaß von 72 Wochen an der Zahnklinik absolviert werden, wobei direkt am Patienten gelehrt wird und Kenntnisse bei der Erstellung von Krankengeschichten, bei der Befunderhebung und Diagnostik, bei der Erarbeitung von Behandlungsplänen, bei der Durchführung von Therapieplänen, bei der Durchführung der  praktischen Radiologie und Hygiene sowie der Durchführung von praxisrelevanten Arbeiten im zahnärztlichen Labor vermittelt werden.

Mit Abschluss des dritten Studienabschnitts hat man ­‐ anders als im Humanmedizinstudium – die Befähigung zur Ausübung des Berufes erlangt und kann sofort mit dem Arbeit beginnen.

MUG ‐ Medizinische Universität Graz

Auch das Studium an der MedUni Graz ist modular (ein Modul dauert 5 Wochen) aufgebaut, allerdings unterscheidet es sich vor allem durch sein Prüfungssystem von Wien und Innsbruck.

An dieser Stelle kann man vielleicht hervorheben, dass die MedUni Graz und die ÖH Graz offenbar eine hervorragende Informationspolitik betreiben. Die offizielle Website der MUG besticht durch Übersichtlichkeit und Vollständigkeit. Außerdem ist die MedUni Graz die einzige der drei MedUnis, die für den MedAT eine umfangreiche Informationsplattform anbietet. Die Hochschülerschaft der MUG berichtet, dass die Kommunikation mit den Studierenden ebenso gut funktioniert und dass die Kommunikationsmöglichkeiten weiter ausgebaut werden sollen.

Humanmedizin

Die Prüfungsordnung in Graz unterscheidet sich also von den Prüfungsordnungen der MedUnis in Wien und Innsbruck. Nun gibt es auch in Graz Lehrveranstaltungen mit immanentem Prüfungscharakter, bei denen Mitarbeit und selbständige Beiträge der Studierenden bewertet werden. Dazu gehören Seminare, Praktika, Übungen und Exkursionen. Allerdings gibt es in Graz keine SIP (s.o.). Stattdessen gibt es Fachprüfungen, in denen die Inhalte eines Moduls, also eines Themenblockes, schriftlich oder mündlich abgefragt werden. Außerdem gibt es die OSCE (objektives, strukturiertes Examen) und den PTM (Progresstest Medizin), mit denen sich aber auch die Studenten in Wien und Innsbruck herumschlagen müssen. Die MUG bietet für das Jahr 2014 336 Studienplätze für Humanmedizin an.

 

Erster Abschnitt

Der erste Studienabschnitt dauert 2 Semester und ist quasi eine Einführung in die Medizin.

„Einführung in die Medizin“ ist auch der Name der sogenannten Track EM, bei der ein Einblick in unterschiedliche medizinische Fächer gegeben werden soll. Es findet ein Stationspraktikum mit begleitenden Seminaren statt und in mindestens 9 Übungsstunden werden Grundfertigkeiten der Ersten Hilfe und die Erhebung eines physikalischen Status geübt.

In einer zweiten „Track“-­Lehrveranstaltung werden in einem Seminar erste ärztliche Fertigkeiten geübt.

Außerdem stehen für den ersten Studienabschnitt sechs Module auf dem Programm. Im Rahmen dieser Module werden – ausgehend von der Physik und Chemie, über Einblicke in die Genetik, die Histologie, die Anatomie, biologische Kommunikationssysteme und Grundlagen des Stoffwechsels – die Grundlagen für das Verständnis der weiteren Studieninhalte gelegt.

 

Zweiter Abschnitt

Im zweiten Studienabschnitt werden all das Wissen und alle Fertigkeiten, über die ein Arzt verfügen muss, erarbeitet. Er dauert 8 Semester und umfasst die Module 7 bis 29, in denen die einzelnen Organ-­und Funktionssysteme erarbeitet werden. Es werden aber auch Fragen rund um den Menschen in Medizin und Gesellschaft, die Rolle des Arztes, wissenschaftliches Arbeiten und zu rechtlichen Problemstellungen geklärt. Begleitet werden die Module wieder von Track-­Lehrveranstaltungen, in denen ärztliche Fähigkeiten erlernt und geübt werden, aber auch naturwissenschaftliche, technische Kenntnisse erarbeitet werden.

 

Dritter Abschnitt

Im zwei Semester dauernden dritten Abschnitt geht es dann von der Theorie in die Praxis. Auch in Graz ist daher im sechsten Jahr ein klinisch-­praktisches Jahr zu absolvieren, mit dem Unterschied, dass dort nur von einem “Praktischen Jahr”, PJ, die Rede ist. Ansonsten gibt es keine wesentlichen Unterschiede zur Umsetzung in Wien oder Innsbruck.

Die erste Fächergruppe umfasst chirurgische und orthopädische, die zweite Innere Medizin und Neurologie und die dritte Gruppe Dermatologie und Venerologie, Augenheilkunde, Hals-­, Nasen-­und Ohrenheilkunde, Gynäkologie und Geburtshilfe, Psychologie und Psychotherapie, Kinder-­ und Jugendheilkunde, Kieferchirurgie, sowie Strahlentherapie und Radioonkologie.

Die begleitenden Seminare und Übungen decken die Themen Allgemeinmedizin, Ärztliche diagnostische und praktische Fähigkeiten sowie die praktische Notfallmedizin ab.

 

Zahnmedizin -­ Graz

Auch das Zahnmedizinstudium in Graz ist ein Diplomstudiengang, der in drei Abschnitte gegliedert ist. Jeder Abschnitt wird mit einer Diplomprüfung abgeschlossen. Davon abgesehen müssen auch die Zahnmediziner Lehrveranstaltungen mit immanentem Prüfungscharakter und Fachprüfungen absolvieren. Außerdem muss natürlich eine Diplomarbeit verfasst werden. In Graz sind 2014 für die Zahnmedizin 24 Studienplätze verfügbar.

Der erste Studienabschnitt dauert zwei Semester und wird größtenteils zusammen mit den Humanmedizinern absolviert. Nur die Track-­‐Lehrveranstaltungen sind spezifisch für das Zahnmedizinstudium und heißen „Einführung in die Zahnmedizin“ und „Ärztliche und zahnärztliche Fähigkeiten“.

Auch der zweite Studienabschnitt enthält noch wenige Lehrveranstaltungen, die sich unmittelbar mit offensichtlich zahnmedizinischen Themen befassen. Die Studierenden erhalten einen Crashkurs in Humanmedizin. Alle wesentlichen Fächer werden abgedeckt.

Erst im sechs Semester dauernden dritten Abschnitt kommt dann die geballte Ladung Zahnmedizin. Die Studierenden erlernen berufsrelevante wissenschaftliche und praktische Tätigkeiten. In Praktika, Seminaren und Vorlesungen werden die folgenden Themenbereiche abgedeckt: Zahnerhaltungskunde, Zahnersatzkunde, Parodontologie, orale Chirurgie, Kieferorthopädie, Mund-­‐, Kiefer-­‐ und Gesichtschirurgie, Erkrankungen der Mundschleimhaut, Altern und Alterserkrankungen, Gerichtl. Med. und Rechtskunde für Zahnmediziner, Aspekte der Praxisgründung, Zahnärztliche Dokumentation und EDV.

 

JKU Linz

Seit dem Wintersemester 2014/15 ist es möglich auch an der Johannes­Keppler-­Universität (JKU) in Linz Medizin zu studieren.

Interessanterweise ist es ein Bachelor-­Master-­Studiengang. Dies hat den Vorteil, dass Personen, die nach drei Jahren merken, dass das Medizinstudium doch nichts für sie ist, nach sechs Semestern nicht ohne Abschluss dastehen. Ein Wechsel in einen anderen aufbauenden Studiengang im medizinnahen Bereich ist dann problemlos möglich. Falls ein Master in Humanmedizin angehängt wird, schließt man das Studium nach weiteren drei Jahren regulär mit dem Titel Dr.med.univ. ab.

In den ersten zwei Jahren werden je 60 Studienanfänger zugelassen werden. Diese Kapazität soll innerhalb von 8 Jahren auf 300 Studienanfänger pro Jahr anwachsen. Die Gebäude der medizinischen Fakultät werden bis 2020 errichtet. Zuvor sollen die Gebäude der JKU genutzt werden, bzw. in den ersten 2 Jahren (Wintersemester 14/15 bis einschließlich Sommersemester 2016) findet die Ausbildung an der MedUni Graz (s.o.) statt.

Zur Voranmeldung für den Aufnametest kommt man über die Website der JKU. Es wird auf der Website der JKU nicht ausdrücklich gesagt, dass der MedAT in dem Aufnameverfahren zur Anwendung kommt, allerdings findet das Aufnahmeverfahren ebenfalls am 08.07.15 statt, der Kostenbeitrag beträgt ebenfalls 110€, die abgeprüften Themenbereiche (Basiskenntnisse für Medizinische Studien, Textverständnis, kognitive Fähigkeiten und akademisches Denken) sind ebenfalls gleich. Außerdem verweist die JKU für die Prüfungsvorbereitung auf das Moodle-­Portal der MUG.

 

Nach dem Studium

Die Spitalskarriere

Turnus -­Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in Österreich

Im Gegensatz zu den Zahnmedizinstudenten, die sofort mit dem selbstständigen Arbeiten beginnen können, müssen die Humanmediziner noch weitere Praxiserfahrung unter Anleitung sammeln, um selbstständig praktizieren zu dürfen. Ein österreichisches Unikum, das es beispielsweise in Deutschland seit 2004 nicht mehr gibt, ist der Turnus. Überhaupt gibt es den Turnus in 13 EU-­ Ländern nicht. Dort erhält man sofort seine Berechtigung als Arzt zu arbeiten, sprich das jus practicandi. Lediglich in Skandinavien gibt es ein vergleichbares System, das wiederum jedoch eine längere Ausbildungszeit vorsieht und den Allgemeinärzten mehr Kompetenzen zugesteht (vgl. Wikipedia).

In Österreich gibt es die Ausbildung zum Allgemeinmediziner in Form des Turnus noch, wenngleich auch hinter den Kulissen immer intensiver an einer sofortigen Approbation ohne verpflichtenden Turnus gearbeitet wird, um im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben und so die drohende bzw. stattfindende Abwanderung ins Ausland zu bremsen. Diese Überlegung soll die Gefahr des prognostizierten Ärztemangels in Österreich (in vielen anderen EU-­Ländern gibt es schon einen Ärztemangel) entschärfen. Vielleicht gibt es den Turnus in der jetzigen Form schon nicht mehr, wenn du dein Studium abschließt.

Im Rahmen des Turnus muss man also, um die volle Approbation (jus practicandi) zu erhalten, auf verschiedenen Stationen (meist in einem Spital, wenn es alle notwendigen Fachgebiete anbietet) für eine bestimmte Zeit arbeiten (z.B.: zwölf Monate Innere, sechs Monate Chirurgie usw.). Gegner dieses Systems kritisieren die vielen nicht-­ärztlichen Haupttätigkeiten der Turnusärzte wie Blut abnehmen, Infusionen anhängen und Injektionen verabreichen und die daraus folgende mangelnde Ausbildung der Jungärzte. Licht am Ende des Tunnels: in vielen Krankenhäusern werden wegen des Mangels an Jungärzten schon viele Verbesserungen durchgeführt. Viele nutzen (gewollt oder nicht) den Turnus, um die Zeit bis zum Freiwerden einer Facharztausbildungsstelle zu überbrücken, andere die häufige Rotation, um sich über ihr Wunschfachgebiet klar zu werden.

Dein Einkommen als Jungarzt ist in der Regel durch ein fixes Gehaltsschema festgelegt. Am Anfang schaut es meist noch nicht so rosig aus. Durch diverse Zulagen, zum Beispiel durch Nachtdienste, kann man sich jedoch etwas dazuverdienen. Mit Ende der Ausbildung und der Anstellung als Fach-­‐ und oder Oberarzt kommt es zu einem größeren Gehaltssprung. Im folgenden Link gibt es ein Gehaltsschema für ärztliches Personal in Wiener Gemeindespitälern. Grundsätzlich kann man von einem Gehalt zwischen 1800 und 2500 Euro netto ausgehen.

 

Ausbildung zum Facharzt

Die Ausbildung zum Facharzt dauert in Österreich sechs Jahre, wobei je nach notwendigen Gegenfächern, darunter versteht man das Absolvieren einer bestimmten Zeitspanne in einer anderen Fachrichtung (=Vordienstzeit), auf die Facharztausbildung anrechenbar sein können. Die vorherige Absolvierung des Turnus ist formal nicht notwendig, leider gibt es aber noch immer Primarii (Leiter/Vorstand einer Abteilung), für die der abgeschlossene oder zumindest begonnene Turnus eine Grundvoraussetzung für die Vergabe einer Facharztausbildungsstelle bedeutet. Mit der Einführung des Facharztes für Allgemeinmedizin (falls er denn eingeführt werden sollte) sollte dies aber über  kurz oder lang nicht mehr relevant sein.

Das Gehalt variiert abhängig vom Spitalsträger (im AKH werden die Ärzte zum Beispiel von der MedUni Wien bezahlt, in anderen Spitälern von Krankenkassen oder Versicherungen), dem Arbeitszeitmodell (zum Beispiel abhängig von der Anzahl der Nacht-­‐ und Wochenenddiensten) sowie von den anrechenbaren Vordienstzeiten. Das Gehaltsschema für Ärzte des KAV (Krankenanstaltenverbund, Spitalsträger der Wiener Gemeindespitäler) findet man beispielsweise hier.

Am Ende deiner Facharztausbildung musst du die Facharztprüfung absolvieren. Es gibt zwischen den einzelnen Fächern große Unterschiede in der Durchführung dieser Prüfung. Sie kann mündlich oder schriftlich (Multiple-­Choice, Single-­Choice oder kombiniert) sein. Ausführliche Informationen zur Facharztprüfung findest du auf der Homepage der Arztakademie, die von der Österreichischen Ärztekammer mit der Durchführung der Facharztprüfung betraut ist.

 

Wie viele Stunden pro Woche arbeiten Ärzte im Spital?

Arbeitszeit ist die Zeit von Dienstantritt bis Dienstende. Die Pausen werden nicht zur Arbeitszeit gerechnet. Außerdem gibt es noch die Begriffe „Tagesarbeitszeit“ und „Wochenarbeitszeit“. Als Tagesarbeitszeit wird die Arbeitszeit innerhalb eines ununterbrochenen Zeitraumes von 24h, als Wochenarbeitszeit die Arbeitszeit innerhalb des Zeitraumes von Montag bis einschließlich Sonntag bezeichnet.

Normalerweise darf eine Tagesarbeitszeit von 13 Stunden, bzw. eine Wochenarbeitszeit von durchschnittlich 48h (gerechnet auf bis zu 17 Wochen =Durchrechnungszeitraum) nicht überschritten werden. Maximal darf man als Arzt in einer Woche 60h arbeiten. Es gibt jedoch Ausnahmeregelungen.

Während früher diese durchschnittlichen Zeiten regelmäßig überschritten wurden, wird in vielen Spitälern (nicht zuletzt nach Klagen wegen Überschreitungen des Arbeitszeitgesetzes) auf die Einhaltung dieser Grenzen penibel geachtet.

Schließlich gibt es noch die so genannten verlängerten Dienste, bei denen der Arzt zwar im Bedarfsfall zur Verfügung stehen muss, jedoch nicht durchgehend in Anspruch genommen wird. Zu den verlängerten Diensten gehören Nacht-­‐ und Wochenenddienste. Für gewöhnlich wirst du pro Woche einen Nachtdienst absolvieren müssen. Dieser dauert maximal 32 Stunden, bei Wochenenddiensten sind es 49 Stunden. Verlängerte Dienste dürfen nicht dazu führen, dass die Arbeitszeit in den einzelnen Wochen eines Berechnungszeitraumes 72h übersteigt. Je nach Dienstzeitmodell werden diese Dienste unterschiedlich abgegolten. Mit zusätzlichen Diensten kann man sich sein Gehalt zwar gut aufbessern, die Belastung (physisch und psychisch) steigt damit aber oft beträchtlich.

 

Burnout, was steckt dahinter?

Es mehren sich Studien, die belegen, dass das ärztliche Personal an seinen Kapazitätsgrenzen arbeitet. Auch die Wiener Ärztekammer hat zu diesem Thema eine Studie in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sind ernüchternd und alarmierend zugleich. Dass dies mit den immer höheren Anforderungen, vermehrtem Konkurrenzkampf und steigenden Belastungen zusammenhängt, ist nicht von der Hand zu weisen.

Wichtig ist es zu lernen, wie man nach der Arbeit abschalten kann, konsequent zwischen Arbeit und Privatleben zu trennen und belastende Situationen mit Verlassen des Arbeitsplatzes bis zur nächsten Schicht aus seinen Gedanken zu streichen. Das fällt mit steigender Arbeitszeit, steigender Verantwortung und Familiengründung zwar immer schwerer, dennoch ist es mach­‐ und schaffbar.

Wie so oft zuvor in seinem Leben muss man das natürlich auch wollen und konsequent sein. Es ist wichtig, dass man auch an sich selbst denkt. Gut ist es, wenn man sich trotz der Arbeit wenigstens ein Hobby bewahrt, bei dem man völlig von der Arbeit abschalten kann. Schließlich ist keinem geholfen, wenn ein Arzt völlig ausgebrannt seinen Dienst verrichtet; es ist sogar gefährlich und kann schlimmstenfalls Menschenleben kosten.

 

Wissenschaftliche Karriere

Sollte dir Forschung und Wissenschaft mehr zusagen, gibt es auch in diesem Segment einige Möglichkeiten, Fuß zu fassen. Beispielsweise kannst du dir überlegen, ob du nicht nach dem Studium noch promovieren willst.

 

Allgemeine Informationen zum MedAT

 

Die Formalitäten

Anmeldung

Bis vor wenigen Jahren konnte man sich beim Aufnahmetest gleichzeitig für Innsbruck und Wien bewerben. Um den immer größer werdenden Tauschhandel mit Studienplätzen dauerhaft zu unterbinden, muss man sich mittlerweile vor dem Antritt zum MedAT für eine der drei Universitäten Wien, Innbruck oder Graz entscheiden.

Beachte: Es ist also nicht möglich, in Wien den MedAT zu schreiben und sich für Innsbruck oder Graz zu bewerben oder umgekehrt.

Du musst dich also bereits bei der Testanmeldung für eine der drei Unis entscheiden. Weitere Alternativen findest du unter „Plan B, Was mache ich, wenn ich´s nicht schaffe?“

Die Anmeldung zum MedAT wird ausschließlich im Internet abgehalten. Die aktuellsten Informationen finden sich direkt auf der offiziellen Testwebsite.

Über ein Online-­Formular sind diverse persönliche Daten, wie die Quotenzugehörigkeit, die Wahl der Studienrichtung (Humanmedizin oder Zahnmedizin) sowie die Wahl des Studienortes (Wien, Innsbruck oder Graz) anzugeben. Hier ist es wichtig, eine aktuelle und von dir auch regelmäßig abgefragte E-Mail­‐Adresse anzugeben. Nicht nur die Bearbeitungsnummer, welche du in Zukunft für alle Angelegenheiten, die mit dem MedAT zu tun haben, parat haben solltest, sondern auch weitere Informationen zum Download von Vorbereitungsunterlagen und dem Einladungsschreiben für die Testabnahme, der Platzeinteilung und dem Ergebnis werden an diese Adresse geschickt.

Denk daran, dass du 110 € Prüfungsgebühr bezahlen musst! Die eingezahlte Kostenbeteiligung wird nicht rückerstattet, wenn die Anmeldung zurückgezogen wird oder -­ aus welchen Gründen auch immer -­am Eignungstest nicht teilgenommen wird (gilt auch im Falle einer Erkrankung).

Einige von euch werden sich fragen, was es mit dieser Prüfungsgebühr auf sich hat. Früher war es so, dass es keine Kostenbeteiligung gab, man aber neben der Testanmeldung im Internet noch einmal zu einer persönlichen Anmeldung in der Studien-­und Prüfungsabteilung in Wien erscheinen musste.

Dadurch wurde bereits eine große Zahl an Anmeldungen durch Nichterscheinen von Bewerbern aussortiert. Allerdings hat sich gezeigt, dass beim eigentlichen Test trotzdem immer noch nur ungefähr 73 % der angemeldeten Teilnehmer erschienen. Dadurch entstand ein beachtlicher Kostenaufwand für die Universitäten, weshalb die Gebühr eingeführt wurde. Außerdem finanziert sich der Test dank der Gebühr jetzt selbst und die Uni kann das gesparte Geld wieder in das Studium investieren.

Als weiterer Schritt in die Selbstständigkeit des Studentenlebens empfiehlt es sich, regelmäßig auf der offiziellen MedAT-­Website vorbeizuschauen und sich nicht nur immer drauf zu verlassen, dass alle Informationen per eMail aufbereitet im heimischen Postfach eintreffen.

 

Self-­Assessment

Seit 2010 wird von den Universitäten auch ein Self-­Assessment angeboten, welches die Eignung zur Medizinerlaufbahn evaluieren sollte. Im Rahmen dieses Tests können so genannte “Soft Skills”, also Interessen und andere Persönlichkeitsmerkmale mit anderen Testteilnehmern verglichen werden. Die Teilnahme ist nicht verpflichtend und sollte auch bei unschönem Ergebnis nicht den Zusammenbruch des Weltbildes bedeuten.

 

Testwertmitnahme

Eine Mitnahme des Testwertes aus dem Vorjahr ist leider nicht mehr möglich.

 

Die Quotenregelung

Für das Wintersemester 2016/17 stehen an den Medizinischen Universitäten in Österreich für Human-­‐ und Zahnmediziner insgesamt 1620 Plätze zur Verfügung. An der MUW stehen 740 Plätze, an der MUI 400, an der MUG 360  und ander JKU 120 Studienplätze zur Verfügung.

Die Quotenregelung wird seit 2011 getrennt auf den drei jeweiligen Universitäten (Innsbruck , Wien und Graz) und den jeweiligen Fachrichtungen (Human-­‐ und Zahnmedizin) angewandt. Das bedeutet, je nach Andrang innerhalb der verschiedenen Quoten an den drei Universitäten, dass für die Zulassung unterschiedliche Testwerte erwartet werden können, dass also die zu erreichende Mindestpunktzahl für den Erhalt eines Studienplatzes von Quote zu Quote und von Uni zu Uni variieren kann. Es kommt darauf an, wie viele Bewerber einer Quote um einen der in dieser Quote an einer Universität verfügbaren Studienplätze konkurrieren. Treten zwei Bewerber in unterschiedlichen Quoten oder an verschiedenen Universitäten zum gleichen Test an, so konkurrieren die beiden nicht direkt miteinander und es kann passieren, dass einer eine niedrigere Punktzahl erreicht und  trotzdem einen Studienplatz erhält und der andere nicht.

Konkret besagt die Quotenregelung:

  • 75% der Studienplätze sind für Bewerber mit österreichischem Reifezeugnis reserviert
  • 20 % der Studienplätze sind für Bewerber mit einem Reifezeugnis aus der Europäischen Union reserviert
  • Die restlichen 5% stehen den Bewerbern aus dem nicht-­EU-­Ausland zur Verfügung

Wie so oft gibt es auch hier wieder zahlreiche Ausnahmen und Ergänzungen. So zählen beispielsweise Bewerber aus Südtirol, Luxemburg und Liechtenstein unter bestimmten Voraussetzungen zur Österreich-­‐Quote, während türkische Staatsangehörige unter bestimmten Voraussetzungen zur EU-­Quote gezählt werden dürfen.

Die genaue Auflistung der Ausnahmen und Ergänzungen kannst du auf der Webpräsenz des MedAT nachlesen.

 

Testergebnisse 2013

Die Medizinische Universität Wien hat in diesem Jahr eine Rangliste veröffentlicht, aus der hervor geht, mit welchem Testwert man in welcher Quote gerade noch an der MUW einen Platz erhalten hat. Leider ist diese Liste mittlerweile nicht mehr online, aber wir haben hier eine Zusammenfassung der Daten für euch.

Die Latte lag für die Bewerber aus der EU am höchsten (0,9882), für die Bewerber von außerhalb der EU am niedrigsten (0,0957), mit einem österreichischen Reifezeugnis war ein Testwert von 0,8384 gerade noch ausreichend. Der Testsieger für Wien kam aber übrigens aus Österreich, Testwert 2,8271.

Dieser Testwert ist das Ergebnis komplexer Berechnungen und orientiert sich an der Gauß´schen Normalverteilung. Ein Testwert von 0 besagt, dass das Testergebnis besser als genau 50% der anderen Testergebnisse ist. Ein positiver Testwer bedeutet also, dass ein Testteilnehmer mehr als die Hälfte der anderen Testteilnehmer ausgestochen hat, ein negativer Testwert gibt an, dass mehr als die Hälfte der Testteilnehmer besser abgeschlossen hat als man selbst. Jedenfalls ist aber offensichtlich, dass auch die vierte Nachkommastelle noch darüber entscheiden kann, ob man einen Platz erhält oder nicht und die Bedeutung der Quotenzugehörigkeit dürfte nun auch klar werden. Für die Zahnmediziner ergaben sich folgende Werte: Ö.: 0,29574, EU: 0,76539, nichtEU: -­‐0,20025, bester erreichter Wert (Ö): 2,44895.

Im Aufnahmeverfahren für Wien erhielten aus Österreich die besten 18,4% der Testteilnehmer einen Platz, in der EU‐Quote die ersten 11,2%, in der nicht-­EU-­Quote die vorderen 36,8%. Insgesamt haben 4169 Bewerber am MedAT-H in Wien teilgenommen. Für die Plätze in der Zahnmedizin haben sich insgesamt 349 Personen beworben. In der Österreicher-­Quote erhielten 37,4% einen Platz, in der EU-­Quote 13,8% und in der nicht-­EU-Quote 33,3% der Bewerber.12

Diese Zahlen stellen nur Richtwerte dar, die eigentlich so nur für den Test 2013 in Wien gelten. Die Werte sind abhängig von der Zahl der Bewerber pro Uni und Quote und variieren dementsprechend. Trotzdem bieten sie vielleicht eine kleine Orientierungshilfe.

Zeitplan bis zum MedAT

Folgender Zeitplan ist strikt einzuhalten, es gibt keine Ausnahmen. Wer sich zu spät anmeldet oder die Kostenbeteiligung nicht zeitgerecht überweist, wird zum Test nicht zugelassen

 

Internet-­Anmeldung

 

01.03. 2016 – 31.03.2016

 

Überweisung Kostenbeteiligung

01.03.2016 – 31.03.2016, also

zeitgleich mit der Anmeldung!

Testteilnahme 08.07.2016
Zulassung ab Beginn Kalenderwoche 32

 

Copyright der angegebenen Daten

1     http://medizinstudieren.at/Rangliste_Wien_Human.pdf
2     http://medizinstudieren.at/Rangliste_Wien_Zahn.pdf
3     Erfahrungswerte

 

Der MedAT im Detail

Woraus der MedAT besteht

Du musst wissen, dass der MedAT so ausgelegt ist, dass du in der angegeben Zeit und beim geforderten Niveau meist nicht alle Aufgaben lösen kannst. Darüber hinaus sei noch erwähnt, dass bei jedem der acht Untertests die einfacheren Beispiele anfangs und die anspruchsvolleren am Ende jedes Untertests zu finden sind.

Auf jeden Fall solltest du dir zu Beginn deiner Lern-­ und Vorbereitungsphase einen Account auf der extra für die Testvorbereitung eingerichteten Moodleplattform der MedUni Graz einrichten. Dort findest du umfassende Informationen, Stichwortlisten für den BMS-­‐Teil und Aufgabenbeispiele. Diese Beispiele sind teilweise wesentlich einfacher als die Aufgaben, die im Test geprüft werden, aber du erhältst einen Eindruck von der Aufgabenstellung und vom Fragenformat.

Für die Zahnmedizinanwärter gibt es eine etwas abweichende Variante des MedAT. Die Aufgaben des Zahnmedizin-­‐Aufnahmetests entsprechen weitgehend denen der Humanmediziner, nur dass der Theorieanteil gekürzt wurde und dafür aber noch praktische Fähigkeiten geprüft werden. Der Praxisteil setzt sich aus zwei Untertests zusammen: „Draht biegen“ und „Formen spiegeln“. Diese jeweils einstündigen Test sollen die praktische Veranlagung der angehenden Zahnmediziner testen. Beim „Draht biegen“ geht es – wie der Name schon vermuten lässt -­‐ darum, zwei Drähte mit einer Zange möglichst so zu manipulieren, dass sie zwei vorgegebenen Linien ähneln. Wichtig ist auch, dass der Draht plan liegt, nachdem er geformt wurde. Es gilt Abstände penibel einzuhalten, spitze Ecken  zu formen und Kurvenradien exakt einzuhalten. Nicht weniger Genauigkeit wird beim Untertest „Formen spiegeln“ verlangt: Es sollen frei vorgegebene Zeichnungen möglichst gut an einer imaginären Mittellinie auf die gegenüber liegende Blattseite gespiegelt werden. Weitere Informationen mit Tipps zum zielorientierten Arbeiten finden sich auf dem virtuellen medizinischen Campus der MUG!

Erfolgreiche Absolventen des MedAT‐Zahn berichten, dass beide Aufgabenstellungen, Drahtbiegen und Formen spiegeln, gut trainierbar sind. Am besten sei es, sich einige Rollen dünnen, nicht-­isolierten Drahtes zu besorgen und diese mit einer Zange in Form zu bringen. Und die künstlerischen Ergebnisse langer Telefongespräche oder langweiliger Unterrichtsstunden müssen ja keine sinnlosen Kritzeleien sein. Stattdessen bieten sich für den angehenden Zahnmedizinstudenten achsensymmetrische Figuren an.

Es muss angemerkt werden, dass die genaue Zahl der Einzelaufgaben pro Untertest nicht bekannt ist. Wir geben in Klammern die Zahl der Aufgaben und die Bearbeitungszeit aus dem Test vom vergangenen Jahr an, um euch einen Hinweis zu geben, mit wie vielen Aufgaben pro Zeiteinheit ihr vermutlich lösen müsst. Es mussten im Testteil „Kognitive Fähigkeiten“, der damals mehr Gewicht hatte, ebenfalls Matheaufgaben gelöst werden, dafür gab es den Test „Wortflüssigkeit“ nicht. Der Testteil „Akademisches Denken“ ist ganz neu.

Eine weiterführende Diskussion findest du in unserem Forum.

Vormittagsteil

 

  • Kognitive Fähigkeiten, 75 Fragen (Wertung: 40%)
  • Figuren zusammensetzen

20 Minuten (MedAT-­‐13: 26 Aufgaben in 30 Minuten)

In der ersten Aufgabengruppe des MedAT geht es darum, die Fragmente einfacher geometrischer Figuren, Vielecke oder Kreise, im Kopf zusammen zu setzen. Es sind vier mögliche Lösungen angegeben, von denen nur eine richtig ist, alternativ gibt es aber auch die Antwortmöglichkeit E, dass sich keine der angegebenen Figuren aus den gegebenen Fragmenten erstellen lässt.

Tipp: Wer sich mit dieser Aufgabengruppe am Anfang schwer tut, kann sich ein wenig mit dem chinesischen Puzzlespiel „Tangram“ beschäftigen. Es schult den Spieler im Umgang mit einfachen geometrischen Formen, die in diesem Fall zu Bildmotiven zusammengesetzt werden müssen. Tangram gibt es günstig in jedem Spielwarenladen, es kann aber auch auf einigen Websites kostenlos online gespielt werden. Das Tangram ist aber nur ein Einstieg! Allzu lange sollte man sich damit nicht aufhalten, es besteht Suchtgefahr …

 

  • Gedächtnis und Merkfähigkeit

8 Minuten Lernzeit, 20 Minuten Zahlenfolgen, 20 Minuten Zeit, um Fragen zu beantworten (MedAT-­‐ 13: 8 Ausweise, 30 Minten Rechnen, 20 Fragen, 30 Min. für die Antworten)

Dieser Testteil wurde von vielen TestteilnehmerInnen als der Schwierigste empfunden. Viele waren froh, wenn sie über die Zufallsquote von 20% gekommen waren. Der Testteilnehmer erhält (vermutlich 8) fiktive Allergieausweise, die jeweils die folgenden Patientenangaben enthalten: Name, Geburtsdatum (ohne Jahr), Foto, Allergien, wichtige Medikamente (ja/nein), Ausweisnummer und Ausstellungsland. Man hat 8 Minuten Zeit, diese Ausweise auswendig zu lernen. Anschließend beschäftigt man sich 20 Minuten mit dem Aufgabenteil „Zahlenfolgen“. Daraufhin erhält man eine Anzahl von Fragen, die in 20 Minuten zu beantworten sind. Diese lauten dann z.B.: „Welche Allergien hat die Person mit der Ausweisnummer 12345?“ Ich glaube, hier hilft nur üben, üben, üben. Es gibt einige Anbieter, die zahlreiche fertige Allergieausweise für Übungszwecke anbieten, oder man macht sich die Mühe und erstellt vor der eigentlichen Vorbereitungsphase für den MedAt eigene  Exemplare, lässt diese eine Weile liegen und verwendet sie dann als Lernmaterial.

Tipp: Da man bei diesem Test vermutlich nur 8 Ausweise in 8 Minuten lernen muss, kann man hier bei der Vorbereitung ganz gezielt mit der Stoppuhr arbeiten. Auch Bücher können dir dabei helfen.

 

  • Zahlenfolgen

20 Minuten (MedAT-­‐13: 26 Aufgaben, 30 Minuten)

Dem Testteilnehmer werden Zahlenfolgen präsentiert, die jeweils einem logischen Prinzip folgen. Der Prüfling muss diese Regelmäßigkeit finden und jede Folge um 2 weitere Glieder ergänzen.

Tipp: Man beachte nicht nur die jeweils nächste Zahl, sondern versuche auch das übernächste Glied zu berücksichtigen, wenn die Zahlenfolge auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben mag.

 

  • Wortflüssigkeit

20 Minuten (neue Aufgabengruppe; keine Erfahrungen aus Vorjahren vorhanden)

Bei diesem Test sind Buchstabenfolgen gegeben. Die Buchstaben ergeben in der richtigen Reihenfolge ein deutsches Substantiv, das gefunden werden muss. In den fünf möglichen Anworten sind jeweils einzelne Buchstaben genannt. Richtig ist die Antwort, die den Anfangsbuchstaben des gesuchten Wortes anführt. Natürlich gibt es aber auch wieder die Antwortmöglichkeit E, dass keine der gegebenen Antwortmöglichkeiten richtig ist. Die Tatsache, dass das Wort entweder mit einem der vier gegebenen Buchstaben anfängt oder die Lösung E richtig sein kann, bietet aber natürlich schon einmal eine gewisse Hilfestellung und schränkt den Suchradius ein.

Tipp: Beispielaufgaben findet man im Internet unter den Suchbegriffen „Schüttelwörter“ oder „Anagramme“! Vermutlich ist es aber auch hilfreich, einfach in den Wochen vor dem Test öfter mal ein Kreuzworträtsel zu lösen.

 

  • Akademisches Denken, 25 Fragen (Wertung 10%)

Dieser Aufgabenteil ist ganz neu. Es gibt dazu also bisher keine Erfahrungswerte.

 

  • Implikationen erkennen

15 Minuten

In diesem Aufgabenteil sind pro Aufgabe zwei Aussagen gegeben, die jede für sich als Einzelaussagen richtig sind. Kombiniert man die Informationen aus beiden Aussagen, so lässt sich eine dritte Aussage machen, die ebenfalls richtig sein muss. In den Antwortmöglichkeiten sind vier Schlussfolgerungen gegeben. Es gibt aber auch wieder die Möglichkeit E, dass keine Folgerung richtig ist. Aufgabe ist es also herauszufinden, ob sich einer der vier gegebenen Schlüsse aus den beiden Aussagen ergibt oder nicht. Du musst also nicht selbst zu irgendeinem Schluss kommen, sondern nur nach dem Ausschlussverfahren herausfinden, ob eine der gegebenen Antwortmöglichkeiten passt.

Wichtig ist, dass die gewählte Schlussfolgerung immer richtig sein muss, wenn man annimmt, dass die gegebenen Einzelaussagen der Aufgabenstellung richtig sind und dass keine weiteren Bedingungen hinzugedichtet werden dürfen! Das einzige, das zählt, sind die Aufgaben auf dem Papier.

Tipp: Die Aufgabenstellung entstammt der klassischen Aussagenlogik. Unter dem Suchbegriff Aussagenlogik finden sich auch Übungsaufgaben und Beispiele. Für diejenigen Testteilnehmer, die keine Freunde von Texten und Textaufgaben sind, ist vielleicht der Hinweis erfreulich, dass sich solche Logikaufgaben auch rein formal lösen lassen.

 

  • Argumentieren

10 Minuten

In diesem Aufgabentest wird pro Teilaufgabe eine Aussage gemacht und mit je drei Argumenten gestützt. Zusätzlich werden je vier mögliche Gegenargumente angeführt. Grundsätzlich sollen alle Argumente und Gegenargumente als richtig angenommen werden. Es werden also keine Inhalte geprüft, sondern wieder reine Formalität. Die Fähigkeiten, die bereits im Implikationstest gefragt waren, sind auch hier wieder von Nutzen. Außerdem ist es wichtig, ganz genau zu lesen. In den Antwortmöglichkeiten werden vier Kombinationen aus den gegebenen Gegenargumenten angeboten. Ziel ist es, die Kombination an Gegenargumenten herauszufinden, mit der alle stützenden Argumente entkräftet werden können. Kann keine der angebotenen Kombinationen alle Argumente entkräften, so ist die Lösung E zu wählen.

Tipp: Fasse die gegebenen Gegenargumente in einem einzigen Argument zusammen. In den Beispielaufgaben auf der Moodleseite der MUG schlagen oft zwei der Gegenargumente in dieselbe Kerbe. Unterstreiche dir die zu entkräftenden Punkte in den Argumenten und sieh nach, ob es für jeden dieser Punkte ein Gegenargument gibt.

Mittagspause

Es ist nicht ausdrücklich veröffentlicht worden, dass die Mittagspause nach dem Aufgabenteil „Akademisches Denken“ stattfinden wird, aber alles andere wäre unlogisch.

Im letzten Jahr wurde nach der Mittagspause auch ein neuer Antwortbogen ausgeteilt. Man sollte also rechtzeitig vor der Mittagspause darauf achten, dass man bei JEDER Frage ein Kreuz gesetzt hat, auch wenn man raten muss. Es gibt immerhin eine 20%-­‐Chance, dass das Kreuz zufällig richtig gesetzt wurde.

Du darfst in der Mittagspause selbstverständlich hinaus, achte aber unbedingt darauf, dass du wieder rechtzeitig an deinem Platz bist (Distanzen nicht unterschätzen! Die Messehallen sind groß!). Ebenso werden nach der Mittagspause auch wieder Einlasskontrollen durchgeführt, wodurch wieder Wartezeiten entstehen. Man kann aber auch einfach im Testraum bleiben. Letztes Jahr war es in Wien sogar möglich, in einem Innenhof frische Luft zu schnappen, ohne an den Kontrollen vorbei zu müssen. Auch in Innsbruck ist das möglich. An jedem Testort gibt es natürlich auch Toiletten innerhalb des Kontrollbereichs. Versuche es aber zu vermeiden, zwischendurch an deine Jacke/deinen Rucksack von der Garderobe zu müssen, da das zeitlich meist nur sehr knapp möglich ist und du dir dadurch zusätzlichen Stress machst. Schließlich sollst du die Pause ja zum Entspannen  und Regenerieren nutzen und nicht, um zusätzlichen Stress aufzubauen.

Nachmittagsteil

Der Nachmittagsteil umfasst den Basiskenntnistest für Medizinische Studien (BMS) und den Textverständnistest.

  • BMS, 120 Aufgaben (Wertung: 40 %)

Der BMS umfasst Fragen zum Grundwissen aus den Fächern Biologie (50 Fragen), Chemie (30), Physik (20) und Mathematik (20). Gefragt wird das gesamte Wissen aus der Schulzeit, also bitte nicht nur den Stoff aus der Oberstufe lernen (v.a. Biologie). Tatsächlich wird nur in Biologie wirklich Faktenwissen geprüft und hier lohnt es sich beim Lernen darauf zu achten, ob wirklich ein Bezug zur Medizin hergestellt werden kann. Die wichtigsten Organsysteme sollte man kennen, ebenso den weiblichen Zyklus und die wichtigsten Hormone. Außerdem sollte man sich mit Zytologie (Aufbau und Funktion der Zelle) und Genetik (Mendel’sche Regeln) auskennen.

In Chemie, Physik und Mathe kommt man mit einem soliden Grundverständnis weit, auch wenn die einzelnen Formeln nicht mehr völlig geläufig sind. In Physik sollte man sich nicht damit aufhalten, die Formelsammlung auswendig zu lernen. Es kann nicht schaden, ein paar einfache, grundlegende Formeln zu wiederholen, aber diese sollte man dann auch sicher beherrschen und anwenden können. Notfalls kömmt man aber auch ganz ohne aus. Es lohnt sich wohl eher, möglichst viele Textaufgaben zu rechnen, als Theorie zu pauken. Gleiches gilt für Mathe und in eingeschränkter Weise auch für Chemie. Für Chemie ist doch ein wenig Faktenwissen erforderlich.

Chemie und Physik sowie Mathe und Physik überschneiden sich in einigen Punkten. Hier sollte man sich aufmerksam mit der Stoffliste der Website der MedUni Graz auseinandersetzen. Insgesamt sollte man beim Lernen für diese drei Teilbereiche des BMS nicht aus den Augen verlieren, wie    grundlegend das, was man sich in langen Schuljahren mühsam erarbeitet hat, eigentlich ist. Man sollte also den Blick für das logische Ganze und seine Zusammenhänge schärfen, statt sich in  endlosen Details zu verlieren.

  • Textverständnis

20 Aufgaben, 60 Minuten

Es gilt, 6 -­ 7 Texte (Zahl variiert) von ½ bis 1 Seite zu lesen und pro Text 1 bis 5 Fragen, insgesamt 20, zu beantworten. Im Vergleich zum EMS/TMS war diese Aufgabengruppe leichter, die Fragen näher am Text. Hilfreich waren eindeutige Farbmarkierungen, die es einem ermöglichten, zahlreiche Details zueinander in Beziehung zu setzen. War man in der Lage, die gesuchten Details schnell im Text wiederzufinden, dann hatte man bei diesem Test schon gewonnen, die Antworten auf die Fragen konnten dann wörtlich aus dem Text abgelesen werden.

Fazit

Abschließend sind hier nochmal jene Aufgabengebiete aufgelistet, die ihr mit konsequentem Üben bedeutend verbessern könnt.

  • Gedächtnis und Merkfähigkeit!
  • Wortflüssigkeit
  • Figuren zusammensetzen
  • Zahlenfolgen
  • BMS-­‐Teil

Für den MedAT lernen

Richtig und zielorientiert lernen

Gleich vorweg: Es gibt kein Patentrezept und auch keine Garantie, den MedAT zu bestehen. Es wird immer Personen geben, die ohne jegliche Vorbereitung die notwendige Punkteanzahl erreichen und es wird immer Teilnehmer geben, die trotz intensiven Lernens und Übens auch beim zweiten oder dritten Mal nicht die notwendigen Punkte erzielen. Also nicht entmutigen lassen! Falls man überzeugt ist, dass Medizin/Zahnmedizin das richtige Studium für einen ist, kann man schließlich so oft zum Test antreten, wie man will.

  • Lernunterlagen

Die richtigen Unterlagen machen den Unterschied

Leider gibt es keine Testinfo-­Broschüre mehr, in der alles Wesentliche zum Test zusammengefasst ist. Allerdings bietet die MedUni Graz Zugang zu einer Moodle-­Seite, auf der genaue Beschreibungen der Aufgabenstellungen, Übungsbeispiele und eine Stoffliste sowie eine Liste der zugelassenen Schulbücher zu finden sind.

Die Stoffliste umfasst jene Stichwörter, die einem mit Blick auf den BMS geläufig sein sollten und lohnt einen Blick. Auch die leider allzu simplen Übungs-­‐/Beispielaufgaben sollte man sich einmal ansehen, um ein Gespür für die Aufgabenstellung zu bekommen. Die Bücherliste umfasst sämtliche Bücher, die für die gymnasiale Bildung in Österreich zu gelassen sind. Manche finden sie wenig hilfreich und arbeiten lieber mit Übersichtswerken, in denen der ganze relevante Stoff zusammengefasst ist, andere finden auf der Liste Werke, die ihnen bekannt und vertraut sind und tun sich damit leichter. Auf nextdoc.at finden sich einige Rezensionen zu einigen Lehrwerken, zwei (kostenpflichtigen) Lernplattformen und einem Vorbereitungskurs.

Solltest du Übungsmaterial gebraucht erstehen wollen, dann sieh dich im nextdoc-­Forum unter Marktplatz um. Immer wieder werden ganze Pakete an Lernmaterial verkauft. Außerdem lohnt sich natürlich immer ein Besuch bei unserer MedAT-­Gruppe:

  • Fragen zu Übungsfragen
  • Fragen zu Lernpartnern und Übungsgruppen
  • Tipps und Hinweise
  • Rezensionen
  • Blogs
  • Verkauf von gebrauchten Lehrbüchern

Um vorab schon einmal einen Eindruck zu bekommen, was dich erwarten wird und wie du dich im Vergleich zu anderen Teilnehmern einschätzen kannst, bietet sich der kostenlose MedAT-Online Test vom IFS an

 

Lernplan

Planung ist alles!

Nimm dir Zeit dafür, denn die Lernplanung ist den Zeitaufwand definitiv wert. Allein durch die Aufstellung hast du jederzeit Überblick über den Stoffumfang, die täglichen Ziele und das bisher Erreichte.

Wichtig ist ein Lernplan, um sich einen Überblick über den Lernstoff zu verschaffen und diesen sowohl inhaltlich als auch zeitlich einzuteilen. Die systematische Gliederung des Stoffes hat auch einen großen psychologischen Effekt, weil sie dir das Gefühl und die Sicherheit vermittelt, die Sache unter Kontrolle zu haben.

Um einen Überblick über das ganze Stoffgebiet zu gewinnen, bietet es sich an, als Erstes die offizielle Informationswebsite der Meduni Graz zu besuchen und sich die vielen Tipps und Informationen, die dort angeboten werden, zunutze zu machen. Es werden sogar sehr simple Beispielaufgaben zu den einzelnen Aufgabengruppen angeboten, die zwar keinen Rückschluss auf die Schwierigkeit des Tests zulassen, aber doch einen detaillierten Einblick in das Aufgabenformat bieten.

 

Überblick verschaffen

Verschaffe dir einen Überblick über den Stoffumfang und die verfügbare Zeit. Teile dann den Lernstoff über die dir zur Verfügung stehenden Tage genau ein.

Tipp: Vergiss nicht, einen Zeitpuffer einzubauen, um gegen unvorhersehbare Ereignisse, wie beispielsweise Krankheit oder fehlende Motivation, gewappnet zu sein.

 

Lerngruppe finden

Je nach Lerntyp kann es sehr vorteilhaft sein, sich in einer Gruppe vorzubereiten. Kleingruppen (bis vier Personen) sind dabei in der Regel effektiver als größere. Meide daher Großgruppen, bzw. nutze sie nur für den Informations-­‐ und Gedankenaustausch.

Tipp: Lerngruppen findest du zur Genüge auf nextdoc.at. Wenn du lieber allein lernst, ist das natürlich auch ok. So kannst du den MedAT natürlich ebenso gut schaffen.

Ihr könnt in eurer Gruppe zum Beispiel vereinbaren, dass jedes Gruppenmitglied für die anderen innerhalb einer gewissen Zeitspanne eine festgelegte Anzahl an Übungsaufgaben erstellen muss. Auf diese Weise kommen schnell viele Übungsaufgaben zusammen und der Zeitaufwand für den einzelnen hält sich in Grenzen.

 

Konsequent bleiben

Egal, wie dein Lernplan bis zum MedAT aussieht -­‐ versuche ihn einzuhalten und keine Ausreden zu suchen, wenn du mal keine Lust hast. Wichtig ist auch, dass du dir deine Ziele nicht zu hoch steckst. Anfangs sind ein bis zwei Stunden am Tag Vorbereitung meist das höchste der Gefühle. Das steigert sich mit der Zeit, ähnlich wie wenn du täglich laufen gehst. Denk außerdem daran, dass Lernzeit  allein noch nichts wert ist. Wichtig ist, wie du sie nutzt. In der Regel ist es außerdem besser, jeden Tag ein bisschen, also zum Beispiel eine halbe Stunde, zu lernen und dafür rechtzeitig anzufangen, als zwei Tage vor dem Test nicht mehr zu essen und zu schlafen, um noch möglichst viel Stoff in den  Kopf zu stopfen. Gerade die Aufgabengebiete, bei denen etwas Übung von Vorteil ist, wie zum Beispiel beim Gedächtnistest, lernt man besser und effektiver über einen längeren Zeitraum in überschaubaren Einheiten als kurz vor dem Test geballt.

Wichtiger als die bloße Dauer der Lernheiten ist jedoch ihre Intensität. Wenn du ständig von Faktoren wie dem Kühlschrank, dem Internet oder Fernseher abgelenkt bist, wirst du nichts lernen, egal, wie viel Zeit du aufwendest.

Tipp: Jeder hat mal ein Motivationstief, das gehört auch zum Lernen dazu. Mach dir also nichts daraus, wenn es mal nicht klappt. Auf keinen Fall solltest du in solchen Situationen frustriert das Handtuch werfen. Kopf hoch und weiter machen!

Du selbst bestimmst, wie du arbeitest. Was du schon in der Schule (leider) falsch gemacht hast und im Studium zur Perfektion treiben wirst, ist das Arbeiten mit schlechten Gewissen, auch Arbeiten unter Zeitdruck genannt. Je früher du also beginnst, dich mit dem MedAT auseinander zu setzen, desto besser, denn desto eher kannst du dich um deine Schwachstellen kümmern und dich in einzelnen Untertests zu Höchstleistungen aufschwingen.

Ob du dich nun Monate vor dem Test jede Woche einmal hinsetzt und übst oder im Juni täglich stundenlang am Schreibtisch sitzen willst, das sei dir überlassen. Das Wichtige ist, dass du bis zum MedAT stressfrei übst und letztlich ausreichend vorbereitet bist.

Pausen sind auf jeden Fall unentbehrlich und leistungssteigernd. Die Dauer deiner Pausen sollten im Regelfall nicht zu lange (15 Minuten) sein und je nach Leistungsfortschritt angepasst werden. Du wirst merken, dass du anfangs mehr Pausen benötigst als kurz vor dem MedAT.

Prinzipiell empfehlen wir dir eine Vorbereitungszeit von etwa 2 bis 3 Monaten, in denen du dich aber auch nicht überanstrengen solltest.

 

Nachhilfeinstitute 4

Brauche ich sie?

Die Anzahl der Anbieter hat in den letzten Jahren schlagartig zugenommen. Auch die Preise für die einzelnen Kurse sind gestiegen.

Über die Qualität der Kurse sowie deren Nutzen lässt sich streiten. Leider finden sich im Internet keine neutralen und objektiven Bewertungen über die Kurse. Die Kommentare, die ich am Testtag von einzelnen Kursbuchern aufschnappen konnte, reichten von großer Begeisterung bis zu ebenso großer Frustration, egal welcher Kurs gerade diskutiert wurde. Jeder muss für sich entscheiden, ob er einen Kurs benötigt oder nicht und vor allem welchen. Außerdem lernt jeder Mensch anders, hat jeder Mensch andere Schwachstellen, weshalb man nie vorhersagen kann, wer in welchem Ausmaß von einem Kurs profitiert. Aus diesem Grund können und möchten wir dir keinen spezifischen Kurs empfehlen.

Bei manchen Anbietern sind im Paket ebenfalls ein bis zwei Prüfungssimulationen inkludiert und damit Teil des Paketes. Also Vorsicht bei bloßer Betrachtung der Stundeneinheiten -­ da sind schnell 2x8h (16h) wegzurechnen! Du musst außerdem damit rechnen, dass du auch nach dem Test weiterhin viel Werbung für einen MedAT-­Kurs erhalten wirst. Was unsere User zu den Kursen zu sagen haben, kannst du im Forum nachlesen und in unserer MedAT‐Gruppe findest du Rezensionen zu einem Präsenz-­und zwei Onlinekursen.

4 Alle Informationen zu einzelnen Nachhilfeinstituten sind ohne Gewähr. Gültig sind allein die Informationen, die auf den offiziellen Websites der einzelnen Institutionen stehen. nextdoc.at garantiert nicht für die Richtigkeit und die Aktualität der Informationen

 

MedTest

  • 4 Kurstage, 9h pro Tag? (Website nicht ganz eindeutig), 800€
  • Der volle Betrag muss nur bezahlt werden, wenn der MedAT erfolgreich absolviert wird, man also einen Studienplatz in Österreich erhält. Ansonsten werden einem 400 € verrechnet.
  • Vorsicht! Die Website lässt den Schluss zu, dass möglicherweise noch der MedAT von 2013 zugrunde gelegt wird, also die neuen Aufgabengruppen möglicherweise gar nicht behandelt werden!

Tokastudent

IFS Bildunsginstitut

  • MedAT-­‐Intensivkurs: 80 UE 659 €, davon 8 UE Testsimulation, 1 UE = 60
  • Es sind auch Vorbereitungskurse für einzelne Testteile buchbar und es gibt ebenfalls Vorbereitungskurse für die Zahnmediziner
  • Kostenloser MedAT-Probetest möglich!

aufnahmeprüfung.at

  • Vorbereitungskurs: 30h, 339 €
  • Intensivkurs: 100h, 995€
  • Je 5h Testsimulation
  • Kurse offenbar schnell ausgebucht

t-­med

  • Onlinekurs
  • Gesamtprogramm: 280€, einzelne Kursteile
  • Für Personen, die bereits im vergangenen Jahr das gesamte Kursprogramm gebucht haben, fallen bei erneuter Buchung nur Kosten von 95€ an
  • Rezension auf nextdoc.at!

Die Rezensionen auf nextdoc.at sind Einzelmeinungen und spiegeln nicht die allgemeine Auffassung von nextdoc wieder.

Plan A – Was mache ich, wenn ich’s schaffe?

Ich hab’s geschafft!

Inskription

Nachdem du etwa einen Monat auf dein Testergebnis warten musstest, musst du, wenn du ein positives Ergebnis erhalten hast, nochmal gut einen weiteren Monat warten, bis du dich endlich inskribieren kannst, auch wenn dich die Ungeduld schier in den Wahnsinn treibt.

 

Medizinische Universität Wien

Für Leute, die in Wien studieren wollen, ist die Anlaufstelle die Studien-­‐ und Prüfungsabteilung in der Spitalgasse 23 im neunten Wiener Gemeindebezirk. Diese ist entweder nicht fußgängerfreundlich mit der U6 und einem Fußmarsch durchs ganze AKH, Ausgang Spitalgasse auf Ebene 3, oder mit der Straßenbahnlinie 33 oder 5 Station “Lazarettgasse” erreichbar. Für Ortskundige gibt es natürlich eine Reihe von anderen Möglichkeiten, mit mehr oder weniger langem Fußmarsch.

Die Öffnungszeiten sind ‐ sofern in den News nicht anders angegeben -­ hier vermerkt. Besonders in den ersten Tagen der Inskription ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Also solltest du unbedingt ein paar Stunden Zeit und eventuell auch eine angemessene Verpflegung einplanen. Solltest du das erste Semester des Medizinstudiums gleich mit Freunden gemeinsam angehen wollen, ist es von Vorteil, gleich in der Gruppe zur Inskription zu gehen – so könnt ihr in eine Kleingruppe eingeteilt werden und werdet in Zukunft auch bei jeder Prüfung (wird aufsteigend nach Matrikelnummer zugewiesen) im selben Saal sitzen. Die Kleingruppe wird semesterweise neu zusammengestellt, aber mehr hierzu findest du in unseren anderen Guides. Die Liste der zur Inskription notwendigen Dokumente findest du auf der Website der MUW.

 

Wohnungssuche

Für die Wohnungssuche können wir dir folgende Tipps geben. Einerseits gibt es das Studentenportal jobwohnen.at auf dem man sowohl zahlreiche freistehende Mietwohnungen und WG­‐Zimmer findet, andererseits auch gleich nach einem Job Ausschau halten kann. Gute Erfahrungen machen viele auch mit dem portal wg ‐ gesucht.at.

Wenn du für die erste Zeit einmal in ein Studentenheim ziehen möchtest, dann kannst du dir folgende Liste der Studentenheime in Wien zu Gemüte führen. Verlass dich aber nicht auf deine Studentenheim-­Platzbewerbung, da man die Plätze meist nur über Wartezeit bekommt.

Generell ist es von Vorteil, wenn du nach Wohnungen oder Zimmern in AKH-­ bzw. U-­Bahn-­Nähe suchst. Oder anders gesagt: jeder Punkt in Wien, von dem man den 9. Bezirk (Heimat der Vorklinikinstitute und des AKH) zügig erreichen kann, ist praktisch.

Du solltest dich sobald wie möglich nach Bekanntgabe der Ergebnisse auf Wohnungssuche machen. Auch wenn das Warten bis zur Bekanntgabe endlos lange scheint, so bekommst du deine Bestätigung trotzdem meist noch vor der Bescheidverkündung der anderen Universitäten. Nutze diesen Vorteil, um noch eine große Auswahl an Wohnungs‐/WG-‐Angeboten zu haben, bevor auch der Ansturm von künftigen Studenten anderer Universitäten los geht.

 

Medizinische Universität Innsbruck

Für zukünftige Studierende der MUI findet sich die Inskriptionsstelle in der Abteilung für Lehre-­ und Studienangelegenheiten in der Speckbacherstraße 31-33 . Vom Bahnhof her ist die Abteilung mit der Straßenbahnlinie 1 oder der Linie 5 erreichbar. In der Zeit der Studienzulassung sind die Warteschlangen in der Abteilung erfahrungsgemäß sehr lang. Berechne also genügend Zeit für  deinen Besuch ein. Beim Besuch in der Abteilung musst du alle geforderten Dokumente vorlegen, um die Einschreibung durchführen zu können. Diese sind in der Bestätigungsmail (die du zweifellos schon in-­‐ und auswendig kannst) fein säuberlich aufgelistet. Es ist wichtig, dass die Unterlagen vollständig sind, und du auch alle geforderten Fotokopien vorweisen kannst, ansonsten wirst du am Tag nachher noch einmal zur Abteilung gebeten.

Auch wirst du schnell bemerken, dass sich die fürs Studium relevanten Gebäude alle in unmittelbarer Nachbarschaft befinden und untereinander bequem zu Fuß erreichbar sind.

 

Wohnungssuche

Angebote für Wohngemeinschaften häufen sich in der Regel in den Monaten Juli und August. Im September und Oktober gibt es zwar auch noch viele Angebote, jedoch auch mindestens ebenso viele Interessenten. Es zahlt sich übrigens durchaus aus, neben dem Studium der Inserate in Zeitungen und im Internet auch einen Blick aufs schwarze Brett im Biozentrum zu werfen. Dort finden sich oftmals Inserate von Medizinstudenten, die einen Medizinstudenten als Mitbewohner suchen.

Innsbruck ist nicht sehr groß und man kann in der Regel mit dem Fahrrad alles erreichen, was wichtig ist. Solltest du also dein Budget schonen wollen und kein Problem damit haben, 15 -­20 Minuten im Bus oder auf dem Fahrrad zu verbringen, um zur Uni zu kommen, ist eine Wohnung in entfernteren Stadtvierteln vollkommen in Ordnung.

 

Medizinische Universität Graz

Die Abteilung Studium der Universität Graz befindet sich im Erdgeschoss der Mozartgasse 12. Die Mozartgasse ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

Für die Wohnungssuche in Graz empfehlen sich dieselben Vorgehensweisen und Websites wie für Wien und Innsbruck.

 

Plan B – Was mache ich, wenn ich’s nicht schaffe

Medizinische Universitäten ohne MedAT-­Test

Alternativen in Österreich

Salzburg

Wenn Geld keine Rolle spielt, kann man versuchen, an der Paracelsus‐Universität in Salzburg einen Studienplatz zu erhalten. Die Studiengebühren betragen dort derzeit pro Jahr 14.200 €. Ein Ableger der Universität gibt es auch in Nürnberg.

Grundlage des Medizinstudiums in Salzburg ist ein Ausbildungsvertrag, der mit der Universität geschlossen wird. Das Medizinstudium ist ebenfalls ein Diplomstudiengang, dauert aber nur 10 Semester statt 12.

Das Bewerbungsverfahren ist dreiteilig und ist im Prinzip eine Bewerbung bei einem Unternehmen. Außerdem muss eine Bearbeitungsgebühr bezahlt werden. Zunächst schickt man seine Bewerbungsunterlagen mit Zeugnissen, Lebenslauf und Motivationsschreiben an die Universität.

Verlangt wird auch ein Nachweis über ein mindestens vierwöchiges Volontariat im medizinischen Bereich. Die Bewerbung erfolgt über ein Onlineformular.

Anhand der Bewerbungsunterlagen wird entschieden, ob der Bewerber zum Aufnahmetest zugelassen wird. Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Der Aufnahmetest findet an der Paracelsusuniversität in Salzburg statt und dauert etwa fünf Stunden. Geprüft werden die Bereiche Intelligenz, Lernfähigkeit, Arbeitshaltung, Persönlichkeit, Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik) und Englisch.

Die 150 besten Testabsolventen werden schließlich zu einem Auswahlgespräch eingeladen.

 

Alternativen in Deutschland

Als Alternative zum Medizinstudium in Österreich ist es natürlich naheliegend, an Deutschland zu denken. Prinzipiell genügt die Matura, um ein Medizinstudium in Deutschland absolvieren zu können. Etwas komplizierter ist es jedoch, einen Studienplatz zu bekommen.

Die Zulassung zum Medizinstudium in Deutschland wird durch die Stiftung für Hochschulzulassung über eine bundesweite Zulassungsbeschränkung, den Numerus clausus, geregelt. Auf der Internetpräsenz findest du auch die Bewerbungsvorraussetzungen für Ausländische Staatsbürger mit dem weiteren Prozedere.

Im Prinzip ist man mit deutschen Staatsbürgern gleichgestellt. Der Notendurchschnitt lag in den vergangenen Jahren immer deutlich unter 2,0 (um ohne Wartezeit einen Platz zu bekommen, war meist ein Schnitt um 1,0 -­‐ 1,2 nötig, in Einzelfällen auch 1,3). Daher lohnt sich die Bewerbung auf ein Medizinstudium nur mit einem sehr guten Maturaschnitt, möchte man nicht unnötig viele Wartesemester in Kauf nehmen.

Ein Fünftel der verfügbaren Medizinplätze werden an die Abiturbesten vergeben, weitere 20 % der Plätze werden an jene vergeben, die die größte Anzahl an Wartesemestern vorweisen können. Im Allgemeinen muss man realistischerweise von 12 – 14 Wartesemestern ausgehen.

Den Rest der Studienplätze, gut über die Hälfte, können die Universitäten selbst vergeben. Hier gibt es von Universität zu Universität unterschiedliche Zulassungsbeschränkungen, wie Medizinertests und Vorstellungsgespräche. Viele Universitäten rechnen es dem Bewerber in unterschiedlichem Maße an, wenn er schon einen Dienst, ein (längeres) Praktikum, ein freiwilliges soziales Jahr oder eine Ausbildung im medizinnahen Bereich absolviert hat. Allerdings zählt auch im universitätsspezifischen Auswahlverfahren die Note der Hochschulzugangsberechtigung mindestens 51%. Eine Gesamtnote von schlechter als 2,7 lässt sich also auch über diese Quote praktisch nicht ausgleichen, zumal viele Universitäten Bewerber mit einem Schnitt unter 2,5 ohnehin nicht aufnehmen und andere Universitäten die „Verbesserung“ der Note durch Anrechnungen bei einer Notenstufe deckeln, also beispielsweise von 2,7 auf 1,7. Eine realistische Chance hat man aber nur, wenn es gelingt, die Zeugnisnote mit Hilfe der Anrechnungen auf ein Notenäquivalent von 1,0 – 1,2 zu verbessern, man also wieder in den NC-­Bereich der Abiturbesten kommt.

Die Regelstudienzeit für das Medizinstudium in Deutschland beträgt zwölf Semester und drei Monate, also etwas über sechs Jahre. Das Studium ist in zwei Abschnitte geteilt. In den ersten vier Semestern geht es in der Vorklinik darum, die Grundfunktion des menschlichen Körpers zu verstehen. Dieser Bereich wird mit der ersten Prüfung, dem Physikum, abgeschlossen. Mittlerweile stellen jedoch immer mehr Universitäten auf einen Modellstudiengang um.

Im Anschluss daran folgt der klinische Teil. Hierbei verlagert sich die Lehre immer mehr in die praktische Anwendung. Am Ende dieses Bereiches stehen ein praktisches Jahr von 48 Wochen und die große Abschlussprüfung, das “Hammer‐Examen”. Nach Bestehen dieser Prüfung kann die Approbation bei den zuständigen staatlichen Stellen beantragt werden.

 

Humanmedizin an der Universität Witten/Herdecke

Eine vom NC unabhängige Alternative in Deutschland bietet die private Universität in Witten/Herdecke. Allerdings wird als Zugangvoraussetzung ein 6-­monatiges Pflegepraktikum im Vorfeld verlangt. Weitere Informationen über die Universität Witten/Herdecke findest du hier.

 

Alternativen in der Schweiz

Eine echte Alternative für MedAT-Flüchtlinge ist die Schweiz leider nicht, denn im Mutterland des EMS (Eignungstest für medizinische Studiengänge; ursprünglicher Aufnahmetest in Wien und Innsbruck) werden an allen medizinischen Universitäten EMS abgehalten.

 

Deutschsprachige Alternativen außerhalb des deutschsprachigen Raums

Semmelweiß Universität -­ Budapest

An der altehrwürdigen Semmelweiß-­Universität besteht seit 1983 die Möglichkeit, Medizin auch in deutscher Sprache zu studieren. Das Studium der Vorklinik können deutsche Studenten nämlich in ihrer Muttersprache absolvieren. Erst ab dem dritten Studienjahr werden Ungarischkenntnisse vorausgesetzt, denn von da an treten die Studenten in Kontakt mit Patienten der Lehrkrankenhäuser. Der Ungarischunterricht ist in das Medizincurriculum integriert.

Außerdem kann der vorklinische Abschnitt auch in englischer Sprache absolviert werden. Mit 30 % ist der Ausländeranteil unter den rund 4.000 Studenten der Fakultäten Humanmedizin, Zahnmedizin und Pharmazie entsprechend hoch. Im Fach Medizin werden pro Jahr maximal 150 Studenten aufgenommen. Allerdings sind in Budapest sehr hohe Studiengebühren fällig: In den ersten 4 Semestern fallen 6700€ pro Semester an, dazu kommen je 200€ für Bewerbung und Immatrikulation. Vom 5. bis zum 12. Semester sind je 5900€ pro Semester fällig. Dafür sind die Lebenshaltungskosten besonders für einheimische Produkte recht niedrig.

Über die Zulassung an ungarischen Universitäten, wird individuell anhand der Maturanote, der Zusammensetzung der Maturafächer (wobei Naturwissenschaften vorteilhaft sind) und von Vorkenntnissen (Rettungsdienst, Krankenhauspraktika) entschieden.

 

Universität Pécs

Etwa 170 ungarische Medizinstudenten und 25 Zahnmedizinstudenten beginnen jährlich ihr Studium an der medizinischen Fakultät der Universität Pécs, der fünftgrößten Stadt Ungarns. Darüber hinaus beginnen jeweils 200 Erstsemestrige den Medizinstudiengang in englischer Sprache sowie in deutscher Sprache. Auf der Website gibt es Informationen zur Bewerbung: Es gibt keinen Aufnahmetest, die Bewerber werden nur anhand der eingesandten Unterlagen beurteilt. Der Schwerpunkt liegt vor allem bei den Leistungen im naturwissenschaftlichen Bereich.

Ganz billig ist das Studieren allerdings nicht: Neben einer Bewerbungsgebühr von 200,-­ Euro, fallen noch eine Immatrikulationsgebühr von ebenfalls 200 Euro sowie Studiengebühren von 6600,-­ Euro pro Semester an.

 

Universität Szeged

Eine weitere Alternative ist die Medizinische Universität Szeged in Ungarn nahe der serbischen Grenze. Günstig ist das Studium auch hier nicht. Die Gebühren betragen pro Semester ebenfalls 6600€ , die Bewerbung kostet 200€, die Immatrikulation 220€.

Für die Bewerbung müssen das Reifezeugnis, ein Lebenslauf, ein Gesundheitszeugnis und Nachweise über mögliche Aktivitäten im medizinnahen Bereich eingeschickt werden. Beim Auswahlverfahren wird großes Gewicht auf die naturwissenschaftlichen Fächer gelegt. Bemerkenswerterweise wird in der Informationsbroschüre extra darauf hingewiesen, dass Bewerber, die von Studenten oder ehemaligen Studenten der Universität Szeged empfohlen werden, einen Bonus bekommen.

Informationen über alle Universitäten, an denen man in Ungarn Medizin studieren kann, gibt es hier.

 

Karls‐Universität, Prag

Ebenfalls eine Alternative ist ein Studium an der Medizinischen Fakultät der Karls-­Universität in Tschechien. Dort besteht die Möglichkeit, Medizin in englischer Sprache zu studieren. Jedes Jahr stehen für Studienanfänger aus dem Ausland 45 Plätze für Humanmedizin zur Verfügung.

Wie in Ungarn beginnt ab dem dritten Studienjahr der Patientenkontakt. Deshalb ist Teilnahme an Tschechisch-­Kursen in den ersten beiden Jahren Pflicht. Zugangsvoraussetzungen: Matura, das Bestehen einer Aufnahmeprüfung in den naturwissenschaftlichen Fächern und Mathematik sowie ein Interview. Die Kosten betragen knapp 12000€ pro Studienjahr.

 

Beliebte alternative Studienrichtungen

Anbei findest du eine unvollständige Liste möglicher (medizinstudiumrelevanter) Alternativstudiengänge, die du in einem Wartejahr belegen kannst. Jede von uns aufgezählte Studienrichtung beinhaltet zumindest zum Teil relevante Aspekte, die im Medizinstudium behandelt und geprüft werden.

Sei dir im Klaren, dass du nicht der erste “MedAT-­Flüchtling” sein wirst und sich manche Unis auf den Ansturm dieser Studenten vorbereitet haben. Informiere dich also rechtzeitig über die Aufnahmebedingungen der Fakultät und über das Curriculum.

Wien

  • Biologie
  • Ernährungswissenschaften
  • Molekularbiologie
  • Pharmazie
  • Psychologie
  • Sportwissenschaft
  • Veterinärmedizin

Innsbruck

  • Biochemie
  • Biologie
  • Molekulare Medizin
  • Pharmazie
  • Psychologie
  • Sportwissenschaft

Graz

  • Pharmazie
  • Biologie
  • Chemie
  • Molekularbiologie
  • Psychologie
  • Sport-­‐ und Bewegungswissenschaften

 

Beliebte Jobs während eines Wartejahres

Es gibt verschiedene Jobs und Ausbildungsberufe, die man während eines Wartejahres, bzw.während der Wartezeit bis zum nächsten MedAT, ruhigen Gewissens ausüben und dabei noch einiges für das spätere Medizinstudium mitnehmen und lernen kann.

 

Rettungssanitäter

Aufgrund der vermehrten detaillierten Fragen in unserem Forum fällt dieses Thema etwas umfangreicher aus.

Man muss für die Ausbildung zum Rettungssanitäter viel Zeit und Engagement mitbringen. Wenn man dazu bereit ist, wird man seine gesamte medizinische Karriere lang von der Erfahrung profitieren. Burschen haben hier einen Vorteil, wenn sie ihr Wehrdienstjahr als Zivildiener im Rettungsdienst absolviert haben. Nicht zuletzt ist die Erfahrung im Krankentransport für viele Zivildiener ein Beweggrund, Medizin zu studieren. Mädchen können aber das Wartejahr zum zweiten MedAT-­Versuch ebenso mit einer Ausbildung sinnvoll überbrücken und überprüfen, ob ihnen der medizinische Bereich, insbesondere der Patientenumgang, gefällt und ob sie sich vorstellen können, tatsächlich ihr Leben der Medizin zu widmen. Immer mehr Mädchen interessieren sich für die praktische Abwechslung, absolvieren die Ausbildung zur Rettungssanitäterin und führen ihr  Ehrenamt auch während des Medizinstudium weiter aus.

Für gewöhnlich kosten die Ausbildungen zum Rettungssanitäter nichts, man muss sich jedoch für eine bestimmte Anzahl an Freiwilligendiensten pro Jahr verpflichten. Das ist je nach Organisation unterschiedlich. Generell gilt: jede Organisation hat ihre Vor-­‐ und Nachteile. Es existieren ebenso viele Vorurteile über jeden Verein, wie es auch Mitarbeiter gibt. Nur die Wenigsten davon entsprechen der Wahrheit. Mach dir also am besten selbst ein Bild, frage Freunde, die schon in den Organisationen engagiert sind und schließe dich an. Zusammen Dienste zu absolvieren kann sehr viel Spaß machen. Auch sollte man bei der Wahl der Organisation bedenken, welche Dienststellen bei dir in der Nähe sind. Manche Dienste beginnen früh oder enden spät, da macht es wenig Spaß, dann noch durch die halbe Stadt zu fahren.

Ist man mal in seiner Organisation integriert und hat genügend Freiwilligenstunden oder seinen Zivildienst absolviert, gibt es auch genug Möglichkeiten, geringfügig neben dem Medizinstudium zu arbeiten. Zum Beispiel gibt es die Möglichkeit, beim Roten Kreuz, den Johannitern und dem Samariterbund für den Ärztefunkdienst als Rettungssanitäter zu arbeiten. Aber auch die Ausbildung zum Erste-­Hilfe-­Trainer ist möglich. Am besten fragst du bei der jeweiligen -­ für dich interessanten -­ Organisation nach.

 

Durch verpflichtende Teilnahme an Fortbildungen (16 Stunden in zwei Jahren + Erste-­Hilfe-­Rezertifizierung) bleibt man auch in Übung und verliert nicht den Anschluss. Absolviert man die Fortbildungen nicht, verliert man seine Berechtigung.

Bei der Wiener Berufsrettung (MA 70, für Magistratsabteilung 70), bei der nur vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter oder Zivildiener angestellt sind, ist es nicht möglich, geringfügig oder ehrenamtlich mitzuarbeiten. Viele Organisationen stellen jedoch sogenannte Notfall-­‐Krankentransporte (NKTW, ugs.) für Einsätze mit niedriger Priorität ausschließlich für die MA70 ab. In diesen Autos können auch ehrenamtliche Mitarbeiter mitfahren. Organisationabhängig werden auch Rettungswagen (RTW) für die Rettung abgestellt. In diesen sitzen erfahrene Einsatzlenker und meist ein Notfallssanitäter und ein Rettungssanitäter. Oft gibt es nach einer gewissen Diensterfahrung auch die Möglichkeit, dort mitzuwirken. Wie so oft entscheidet im Leben das persönliche Engagement, wie weit man kommt.

In Innsbruck ist das Rote Kreuz vertreten und stellt dort das Rettungswesen. Gleiches gilt wohl für Graz, mit der Besonderheit, im Laufes des Medizinstudiums auf dem NAW (Notarztwagen) mitfahren zu können.

 

Organisationen in Wien (nach Alphabet)

Vier für Wien

Diese vier Hilfsorganisationen arbeiten im Verbund “Vier für Wien” und unterstützen so mit zusätzlichen Einsatzfahrzeugen das Rettungswesen in und um Wien. Auch ist jeder KTW (Krankentransport) mit einem Mindestmaß an Ausrüstung für Notfälle und Erste-­Hilfe-­Einstätze ausgestattet, sodass er im “First-­Responder-­System” registriert und jederzeit für Einsätze höchster Priorität (akute Lebensgefahr) einsatzbereit ist.

weitere (jüngere) Organisationen

 

Ordinationshilfe

Wenn man aufmerksam die Jobanzeigen, zum Beispiel auf www.unijobs.at, verfolgt, findet man immer wieder Stellenausschreibungen in Ordinationen. Und wo kann man besser in den ärztlichen Alltag reinschnuppern als in einer Ordination? Zwar sind die Hauptaufgaben meist auf Administration und Verwaltung konzentriert, dennoch kann man mit der Zeit und dem steigenden Vertrauen des Chefs sicherlich bei der einen oder anderen Untersuchung des Arztes dabei sein oder gar mithelfen.

Am besten ab und zu auf unijobs.at und nextdoc.at vorbeischauen.

 

Ausbildungsberufe

Viele Medizinstudieninteressierte entscheiden sich auch dafür, vor dem Studium eine echte Berufsausbildung zu absolvieren, bzw. Krankenpflege zu studieren.

 

Aupair

Der Name leitet sich vom Französischen “au pair”, was mit “Gegenleistung” übersetzt werden kann, ab. Ein Aupair-­‐Aufenthalt im Ausland kann wesentlich zum Kennenlernen einer fremden Sprache und Kultur beitragen. Vorteile sind auch die zumeist gering ausfallenden Kosten, da die Gastfamilie Unterkunft und Essen bereitstellt. Aufgaben eines Au-­‐pair liegen hauptsächlich in der Kinderbetreuung oder etwa dem Sprachunterricht des Nachwuchs in der Muttersprache des Aupairs. Weiterführende Informationen und eine Sammlung der Vermittlungsagenturen findest du bei unserer Linksammung:

 

Apothekenhilfskraft

Der Nebenjob in Apotheken ist eine oft übersehene alternative Möglichkeit. Auch wenn man für die eigentliche Arbeit ein abgeschlossenes Pharmaziestudium benötigt, so ist es für einen Studenten oder “Wartenden” häufig möglich, einige der Aufgaben “hinter den Kulissen” zu erledigen, meist in Form von Medikamente-­‐Einräumen usw. Auf den ersten Blick wirkt das nicht sonderlich spannend, aber du hast dadurch schon frühzeitig die Möglichkeit, dich mit den vielen Namen, die dich in der Pharmakologie ab dem zweiten Jahr erschlagen werden, bekannt zu machen.

 

Freiwilliges soziales Jahr

Sollte der MedAT dich gezwungen haben, ein Wartejahr einzulegen, solltest du versuchen, das Beste daraus machen. Viele junge Leute erweitern ihren Horizont im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres. Das Erlernen von sozialer Kompetenz und sozialem Engagement stehen hier im Vordergrund. Das Arbeitsumfeld ist sehr variabel, mögliche Einsatzbereiche sind die Arbeit mit Kindern, mit beeinträchtigten Personen, mit alten Leuten, in Obdachlosenheimen oder Krankenhäusern. Die wichtigste Entscheidung, die du hierfür treffen musst, ist, ob du in Österreich bleiben willst oder ob es dich ins Ausland zieht.

In Österreich

Weiterführende Informationen zum Sozialen Jahr in Österreich findest auf der Website des Vereins zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste. Während eines FSJ-­Einsatzes arbeitest du zehn beziehungsweise elf Monate lang in einer sozialen Einrichtung in Österreich mit. Die wöchentliche Arbeitszeit entspricht der eines 40-­Stunden-­Jobs. Der Verdienst liegt bei 180,-­ Euro netto im Monat. Unterkunft und Verpflegung werden gestellt.

Im Ausland

Geht es ins Ausland, legen wir dir zu einer ersten Orientierung das Infoblatt „Freiwillig Arbeiten“ im Ausland der Jugendinfo Wien ans Herz. Dort findest du weitere Infos, Tipps, Adressen und Links.

Dann hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du machst dich selbständig auf die Suche oder du wendest dich an eine Vermittlungsorganisation, die für dich eine Stelle sucht. Diese Agenturen helfen dir bei der Auswahl eines geeigneten Projektes, bei der Reiseorganisation (Unterstützung bei der Unterkunftssuche, Planung der Reise und Versicherungs­‐ und Visumsfragen), übernehmen die Kommunikation mit der Einsatzstelle und bieten auch oft die Möglichkeit an, sich mit Leuten, die schon bei den einzelnen Stellen gearbeitet haben, auszutauschen.

Die Organisation ist auch ein wichtiger Ansprechpartner, wenn es Probleme im Einsatzprojekt vor Ort geben sollte. Für diese Leistungen bezahlst du eine Gebühr, die unterschiedlich hoch ist; man kann sich jedoch einiges an Stress sparen und wird durch Leute unterstützt, die schon Erfahrungen in diesen Belangen vorzuweisen haben.

Stimmungsbilder von Freiwilligen über ihre Auslandsaufenthalte findest du auf der Website der jugendinfo Vorarlberg: aha – Erfahrungsberichte Langzeiteinsätze. Ein weiteres Beispiel für eine Vermittlungsorganisation, die Vorbereitungsseminare und die Möglichkeit, sich mit „Rückkehrern“ auszutauschen anbietet, ist Grenzenlos.

Wenn du dich für diese Möglichkeit der selbständigen Projektsuche entscheidest, solltest du eine längere Vorplanungszeit einberechnen!

 

Schlusswort

Wir hoffen, dir mit unserem Ratgeber die Entscheidung für das Medizinstudium zu erleichtern und dir für den MedAT die richtigen Tipps mit auf den Weg zu geben.

Anzumerken ist, dass es sich um die erste Version des MedAT-­‐Guides handelt. Da er von Studenten geschrieben wurde, welche durch die Uni schon als “betriebsblind” einzustufen sind, sind wir auf Rückmeldungen von dir und besonders von Leuten, die sich gerade auf den MedAT vorbereiten oder ihn gerade erst absolviert haben, angewiesen.

Welche Fragen sind dir noch durch den Kopf gegangen, welche willst du ausführlicher abgehandelt sehen? Hast du Erfahrungswerte, die noch nicht erwähnt wurden? Schreib uns an: redaktion@medizinstudium.at – die nächsten Generationen werden es dir danken!

Hoffentlich können wir dich schon nächstes Jahr auf unseren Unis willkommen heißen. Wir drücken dir die Daumen für den MedAt.

Dein MEDIZINSTUDIUM.at-­Team

Abschließend möchten wir uns bei allen Personen, die beim Entstehen dieses Ratgebers mitgewirkt haben, für ihre Unterstützung und Hilfe bedanken!

 

 


Um die Lesbarkeit der vorliegenden Arbeit zu erleichtern, haben wir uns entschlossen, das generische Maskulinum zu verwenden. Jedoch möchten wir ausdrücklich festhalten, dass in dieser Schreibweise sowohl männliche als auch weibliche Personen eingeschlossen sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *