Der große Bammel vor dem Pharma Seminar

Endlich! Das erste Jahr als Medizinstudenten ist in unseren Köpfen bereits erfolgreich verdrängt worden. Mit Block 7 bekamen wir Anfang Oktober zwar einen netten Einstieg in das Geschehen der MedUni, doch Block 8 hat uns wenig später wieder auf den Boden der Tatsachen geholt und uns daran erinnert, dass unser Fach auch ziemlich fad sein kann. Daher kommt Block 9 nun gerade richtig - endlich wieder Medizin für die Praxis: Medikamente, böse Keime und sogar internistische Krankheitsbilder warten nur darauf, studiert zu werden.
Hauptaugenmerk wird dennoch, insbesondere jetzt in den Weihnachtsferien, auf Pharma gelegt. Prof. Freissmuth - Vorstand der Pharmakologie und Blockkoordinator - ist darauf erpicht, dass seine Studenten bestens über sein Spezialgebiet Bescheid wissen und will das im viel gefürchteten Pharmaseminar auch überprüft wissen. Zumindest macht er kein Geheimnis daraus und warnt seine Zuhörer in der Vorlesung schon mal davor, was in den nächsten Wochen auf sie zukommen wird.
Leichter fällt es und deswegen trotzdem nicht. Ein Seminar, zu dem man vorbereitet erscheinen soll und das auch noch gleich nach den Ferien? Dabei waren die Block 8-Seminare doch so nett und jetzt gibt es auf einmal so böse und strenge Professoren, die etwas von einem verlangen? Wozu dann noch die SIP? Naja, zugegeben… Wer sich die SIP 2 ansieht, wird bald merken, dass das Pharmaseminar einen Großteil des Pharmateils in Block 9 schon abdeckt. Wer also aus der Höhle des Löwen aka Pharmaseminar lebend herauskommt, dem kann im zweiten Jahr eigentlich nichts mehr passieren.
Doch was macht das Pharmaseminar jetzt eigentlich so „schwer“? Vermutlich die Mischung aus nichts ahnenden Studenten, die sich bis jetzt mit Wenig- bis Nichtwissen bei Seminaren und Praktika irgendwie ganz gut durchgekommen sind, und Professoren, die diesen Spaziergängern gerne mal ein paar Steinchen in den Weg legen möchten, auf dass jene sie entweder bravourös überwinden oder eben über sie stolpern. Vermutlich spielt es auch eine Rolle, dass wir einmal die Ärzte sein werden, die sie behandeln.
Erfahrungsgemäß hat sich herausgestellt, dass es am meisten hilft, die Pharmakodynamik und -kinetik sowie die Antibiotika gut zu können, auf die legt so gut wie jede/r Professor/in Wert. Zur Überprüfung, ob man fit für das Seminar ist, empfiehlt es sich, die exemplarischen Prüfungsfragen durchzugehen. Wer darüber hinaus noch Pluspunkte bei Prof. Freissmuth sammeln will, sollte neben dem Pharmastoff auch noch „Asterix und Obelix“, „die Tante Jolesch“ oder „House of God“ gelesen haben, zumindest zitiert er in seinen Vorlesungen gerne daraus.
In diesem Sinne, frohes Lernen!
Männlicher Kommilitone im Semester Nummer 3, frisch nach der SIP 1. Durch den Zivildienst das Interesse zur Medizin entdeckt, EMS bestanden und an der MUW inskribiert. Berichterstattung angefangen über das alltägliche Leben an der Universität und ihren Begleiterscheinungen, anhand von eigenen Erfahrungen und Erfahrungsberichten von Kommilitonen. Gewohnt sarkastisch, überzogen, zynisch und manchmal auch ganz ernst.
Willkommen im Abenteuer Medizinstudium.
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Kommentare
ach gott diese allgemeine künstliche hysterie auf der muw ist ja wirklich immer wieder zum kotzen.
)
eins lasst euch sagen: nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird (oder so ^^)
...und "freissi" ist bei den seminaren echt noch einer der humaneren profs, ganz salopp gesagt.
dass man nicht vollkommen unvorbereitet zu den seminaren kommen kann ist eigentlich selbstverständlich, schließlich wollen wir mal ärzte und keine staubsauger-vertreter werden.
wer ein bisschen ahnung hat, interessiert und kein vollkommener trottl ist wird kein problem haben durchzukommen. außer natürlich einer der profs hat schlecht geschlafen, midlife-crisis, stress mit der frau usw.. dann kann man die wut natürlich mal an den armen studenten auslassen, das ist klar :)
naja.... sind eben auch nur menschlich!!!!
good luck, haltet die ohren steif (und alle anderen accessoires auch
Forum Moderator
21 ist nur die halbe Wahrheit.
@ Wer also aus der Höhle des Löwen aka Pharmaseminar lebend herauskommt, dem kann im zweiten Jahr eigentlich nichts mehr passieren. >>
wartets aufs Fam-Prop :-b
"Vermutlich spielt es auch eine Rolle, dass wir einmal die Ärzte sein werden, die sie behandeln"
