Und wie ging es dir bei der SIP?
Montag, die Sonne steht am höchsten Punkt des Tages. Die Vorklinik platzt aus allen Nähten, überall strahlend glückliche Gesichter, in ihren Händen halten die Studenten bunte Getränke gefüllt in Plastikbechern, vereinzelt werden Paletten voller Bierdosen gemeinsam „vernichtet“. Ganz klar, hier haben gerade hunderte Frischlinge ihre erste SIP hinter sich gebracht. „Ob sie schwer war? Na sicher, was ist das für eine Frage? Ob ich die SIP geschafft habe? Keine Ahnung, aber jetzt bin ICH einmal geschafft, danke. Wo ist eigentlich mein Bier?“
Gesprächsthema Nr. 1? Natürlich die schrägsten Fragen, mit noch schrägeren Antwortmöglichkeiten. Hierbei haben definitiv die Fragen zu „den Zeugen Jehovas“ und „Wie viele Patienten benötigen psychiatrische Betreuung?“ den Vogel abgeschossen. Bei letzterer Frage hat sich bis heute nicht herauskristallisiert, welchen der vielen Prozentangaben aus dem Skriptum man Glauben schenken darf, man wird es wohl erst in zwei Wochen genau wissen. Oder auch nicht, wenn nämlich die Frage eliminiert wird, was sowohl dem Verfasser als auch dem „Fragensenat“ wiederum jede Seriosität aberkennt. Aber man hat es ja ahnen können, dass wieder genug Fragen dabei sein werden, die nur dazu da sind, gestrichen zu werden. Jede Uni hat ihr Markenzeichen, das Markenzeichen der MUW ist das Erfinden von grotesken Fragen und deren darauf folgender Elimination. Natürlich stellt man sich auch bei manchen MRT-Bildern die Frage: „Muss die MUW Speicherplatz sparen, oder gibt es die Bilder nicht in besserer Qualität?“ Anders kann man sich so manche Bilder oft nicht erklären. Die Prüfung beginnt, nachdem ein/e MUW-Mitarbeiter/in (immer schön auf den/die/das Gender aufpassenInnen!) die Erklärung „how to do the SIP correctly!“ vorgelesen hat. Dann wird noch einmal jede/r nervöse KanditatIn per Studentenausweis kontrolliert, ob er/sie es wirklich ist. Erst dann werden aus einer mit Klebeband zugeklebten (!) blauen Plastikbox die SIP-Fragenhefte hervorgeholt und ausgeteilt. So bald jede/r eins davon hat, geht es los. Die Studenten spielen Millionenshow, mit einer Antwortmöglichkeit mehr, ohne Joker und die MUW-Mitarbeiter „böse Lehrer“, die kontrollieren, dass auch sicher niemand schummelt. Etliche Stunden später ist der Spuk vorbei, man steht in der Sonne, plaudert, lacht und ist froh darüber, es endlich hinter sich zu haben. Zumindest vorerst.
Alex
Männlicher Kommilitone im Semester Nummer 2, kurz vor der SIP1. Durch den Zivildienst das Interesse zur Medizin entdeckt, EMS bestanden und inskribiert. Berichterstattung angefangen beim unsäglichen EMS bis zur SIP 6, anhand von eigenen Erfahrungen und Erfahrungsberichten von Kommilitonen. Gewohnt sarkastisch, überzogen, zynisch und manchmal auch ganz ernst.
Willkommen im Abenteuer Medizinstudium.
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Kommentare
Ich war bei den oben genannten "Frischlingen" dabei und kann nur sagen....yes baby nur noch 5mal =)
man verliert beim lernen einfach das zeitgefühl...
toller artikel, gefällt mir
Forum Moderator
Von Jahr zu Jahr das gleiche Spiel, weil es und so gut gefiel.
21 ist nur die halbe Wahrheit.
Sorry muss dich enttäuschen, die SIP 1 war am Montag, nicht am Dienstag
"Das beste diagnostische Instrument ist das Retroskop"