Die Inflation der Krankenhausserien im TV

Wer kennt sie nicht? Dr. Ross, Dr. Grey, Dr. Dorian, Dr. House oder Dr. Haase. Bekannte Namen zu eben so bekannten TV-Serien - die Palette reicht von ernsten Notfallserien wie E.R. bis hin zu Unterhaltungsserien für die ganze Familie wie zum Beispiel „Dr. House“, ein Genie für alle Fälle mit Hang zum Zynismus: „Haben Sie schon mit dem Patienten gesprochen?“ – „Nein wieso, ist er Arzt?“.

Doctor's Dairy hat hingegen eine unverkennbare Ähnlichkeit zu Scrubs und lässt an Stelle des männlichen Protagonisten John Dorian jene weibliche Akteurin von Fettnäpfchen zu Fettnäpfen treten, die auf den Namen Gretchen Haase hört. Und wer auf ganz viel Drama, Eifersucht und nebenbei auch ein wenig Patientenkontakt steht, der wird so und so Anhänger von Grey's Anatomy sein.

Der Erfolg der Ärzte im Fernsehen hat eine lange Geschichte hinter sich. Angefangen mit E.R. in der Mitte der 90er, begann ein Hype um die Helden in Weiß. Vielleicht ist auch gerade das große Angebot an Serien über Ärzte im Moment der Grund, dass sich immer mehr junge Menschen dazu entschließen, Medizin zu studieren. Aktuell laufen im Fernsehen folgende fünf Serien: Scrubs, Grey’s Anatomy, Dr.House, Doctor’s Diary und Private Practice.
Auch wenn mit den Jahren immer mehr Professionalität in den Alltag der Schauspielerärzte eingekehrt ist, so fragt sich doch, angefangen beim Sanitäter bis hin zum Primar: „Wieso können die im Fernsehen nicht richtig reanimieren?“ Vielleicht damit es zu Hause niemand richtig nachmacht, frei nach dem Slogan: „Don't try this at home!“

Von Scrubs über DD bis hin zu ER, alle streicheln maximal die Brust des Scheintoten. Während dieser zu allem Überfluss auch noch auf einem samtig weichen Bett liegt, jagen ihm Dr. Benton und Co in Sekundenabständen beliebig viele Kilojoule durch den Körper, während der Monitor eine astreine Asystole vorpiepst. Schocken bei einer Nulllinie, da stimmt doch etwas nicht, bemerkt der Mediziner. Ebenso wurde ja trotz zahlreicher medizinischer Assistenten und Ratgeber bei Scrubs vergessen, das Thoraxröntgen im Intro richtig anzubringen - diesbezüglich gibt es in einer späteren Folge eine Hommage an das verkehrte Bild. In jener Szene erkennt nämlich Dr. Biggs, eine von vielen Kurzzeitfreundinnen von JD, dass die Aufnahme falsch hängt und dreht es um.

Wenn auch noch keine österreichische Krankenhausserie produziert wurde, so konnte man bis vor kurzem auf ATV zumindest die Jungärzte-Reportage „Junge Götter in Weiß“ sehen. Die sympathischen Jungärzte geben einen realistischen Einblick in die tägliche Arbeit auf der Grazer Uniklinik. So ist der Hauptjob eines Turnusarztes, Zettel aus zu füllen und Bestände zu kontrollieren; für den Stundenlohn eines „Facility Manager“ ein Knochenjob. Da hat man es als Facharzt in Ausbildung schon besser, wenn man als angehender Kinderchirurg eine Skoliose korrigiert oder als Notarzt Leben rettet. Aber am besten ihr seht auch das selbst an, auf www.atv.at.

Wie dem auch sei, am besten ist noch immer, selbst einmal Arzt sein zu können, früher oder später. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit mit unseren Helden in Weiß.

Alex

Männlicher Kommilitone im Semester Nummer 3, frisch nach der SIP 1. Durch den Zivildienst das Interesse zur Medizin entdeckt, EMS bestanden und an der MUW inskribiert. Berichterstattung angefangen über das alltägliche Leben an der Universität und ihren Begleiterscheinungen, anhand von eigenen Erfahrungen und Erfahrungsberichten von Kommilitonen. Gewohnt sarkastisch, überzogen, zynisch und manchmal auch ganz ernst.

Willkommen im Abenteuer Medizinstudium.

Foto Scrubs: © NBC Universal, Inc., http://www.starpulse.com/

Kommentare

kerminator User offline. Last seen 49 Minuten 34 Sekunden ago.
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simmt.. das mit dem röntgen wollt ich auch noch schreiben Wink

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Dash User offline. Last seen 12 Stunden 23 Minuten ago.
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Scrubs erhebt ja auch nicht den Anspruch realtistisch zu sein. 

21 ist nur die halbe Wahrheit.

bob_kelso User offline. Last seen 22 Stunden 40 Minuten ago.
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Also was Reanimation anlangt, ist Scrubs der eindeutige Tiefpunkt. Ansonsten darf man sich keinen Realismus erwarten. Ebensowenig bei Krimiserien oder Gerichtsserien. Das ist halt Unterhaltung, obwohl ER ja zumindest anfangs den Anspruch vertrat,, den Notaufnahmen-Alltag realistisch zu schildern.
 
Bei Scrubs möchte ich als Ehrenretter einspringen: Das verkehrte Thoraxröntgen ist Absicht und soll die Unerfahrenheit der jungen Ärzte zeigen. Die Macher erhielten aber dennoch hunderte Briefe, sodasss am Ende der 5. Staffel Kim das Bild umdreht. Aber bereits im Vorspann der 2. Staffel wollte man dies ändern, der Sender und die Macher sowie einige Fans waren aber dann vehement dagegen und so ist das Herzerl bis heute auf der falschen Seite...
 

kerminator User offline. Last seen 49 Minuten 35 Sekunden ago.
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Tja ich schätz mal die Schauspieler stehen nicht drauf sich die rippen brechen zu lassen.

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Joey13 User offline. Last seen 15 Wochen 17 Stunden ago.
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asystoliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiie
...
klingt doch viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel schöner
cheers Grade
 

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