Studenten-Blog

SIP 4 in Wien - ein verkorkstes Jahr sucht seinen Sinn

Die SIP-Hypothese besagt, dass es bis zur dritten Prüfung beständig schwieriger wird. Im ersten Jahr durch die Anpassung und Umstellung an ein völlig anderes Lehr- und Prüfungssystem. Im zweiten Jahr durch die nahezu gleichzeitig kurz vor der SIP stattfindenden Pharmaseminare, Organmorphologie-Prüfungen und das Famulaturpropädeutikum. Da kann man schon einmal die Nerven wegschmeißen vor Anspannung. Im dritten Jahr ist es in den Monaten vor der SIP bis auf die Physiologie-Seminare wieder entspannter zu lernen, dafür ist der Stoffumfang ungefähr der doppelte, gemessen an den beiden vorangegangen SIPs.

Ein heilsamer Spitalsbesuch

Meine 87-jährige Oma hat ein neues Hobby für sich entdeckt. Sie lässt sich mittels Notfallsarmband, dass sie seit wenigen Jahren bei sich trägt, einen Krankentransport schicken. Für den monatlichen Sold an die Hilfsorganisation ihres Vertrauens ist dies auch fast schon ein notwendiger Schritt, um für das investierte Geld auch etwas zu erhalten. Als alleinstehende Person ist ein Transport ins Spital ein Tageserlebnis, von dem man noch wochenlang zehrt, würde sie es aufgrund ihrer komorbid-bedingten Demenz nicht wieder vergessen.

 

Famulatur Fazit

Verehrenswertes Tagebuch,

das war nun also meine Famulatur. Viel ist noch passiert, das ich dir noch erzählen muss.

Da wäre zum einen Frau Bär. Ich muss ihren Ruf korrigieren. Ein Blick auf die Pflegeakten ließ mich zum Schluß kommen, dass Sie ihr "Gute-Nacht-Medikament" nicht vertragen und sich deswegen so seltsam benommen hat, die anderen Damen im Zimmer kaum schlafen hat lassen und ihre orale Phase nochmals so richtig auslebte.

Famulatur Tag 5

Allerbestes Tagebuch,

nun ist also die erste Woche vorbei und ich frage mich wann die TÄ, AÄ und OÄs nicht arbeiten. Seit Montag sind sie jeden Tag da und schieben dazu auch noch Nachtdienste. Der OA ist überhaupt bis Montag noch da. Und trotzdem sind alle so freundlich. Was wird denen in den Kaffee geschüttet? Ich mag das auch haben! Nicht zuletzt ist es auch beachtlich nach wenig Schlaf ohne Gehetze, mit viel Zeit und Geduld für jeden einzelnen Patienten die Visite zu leiten. Bei diesen liebenswürdigen Patienten bleibt einem aber auch nichts anderes über.

Famulatur Tag 3

Liebes Tagebuch,

am zweiten Tag war es so weit! Ich durfte zum ersten Mal einen Menschen vorsätzlich mit einer Nadel verletzen. Um das ganze nicht so gefährlich wirken zu lassen, habe mich bei der Wahl meines Werkzeugs für einen Schmetterling entschieden. Wer hat schon davor Angst von den lieben Tierchen gestochen zu werden? Eben. Beim dritten Versuch konnte der erfolgreiche Stich in eine bluttransportierende Vene vermeldet werden. Der Druck des herausschießenden Blutes war so hoch, dass sogar der Schmetterling zum Vibrieren begann. Gott sei Dank konnte trotzdem alles in geordneten Bahnen in die vorgesehenen Röhrchen gefüllt werden.

Famulatur Tag 1

Merke: Sich erst bei der Visite bei den Kollegen vorzustellen ist zu spät, auch wenn man gerade erst auf die Station gekommen ist. ES IST ZU SPÄT! Inwiefern sich dieses unverzeihliche Malheur noch in den nächsten Tagen ausbessern lässt, ist nicht absehbar. Zumindest hat man zufälligerweise genau den OA als ersten, noch vor der Visite, erwischt um sich vorzustellen.

Alle Jahre wieder

Alle Jahre wieder gehen den Medizinstudenten rechzeitig zur SIP die Nerven aus, aber nicht nur denen, nein auch die frischgebackenen Maturanten aus aller Herren Bundesländer freuen sich schon auf den EMS um danach (eventuell) genauso ihr Nervenkostüm für mindestens weitere sechs Saisonen zu strapazieren. Wenn die wüssten...aber was solls, so lange die Ärzteserien im TV nicht zu Ende gehen, wird der Ansturm auf die Medunis dieser Welt auch nicht abflachen. Nicht, dass mich JD (Scrubs) nicht auch inspiriert hätte, aber ja.

Warum ich das AKH eigentlich schon mag

Das AKH wird nicht umsonst von Kennern immer wieder als "Stadt in der Stadt" bezeichnet. Keine Frage, damit treffen sie den Punkt, denn das AKH bietet vielen heimatlosen Seelen Tag für Tag Unterschlupf - sei es für dahin schwebende Weißkittelträger mit Krawatte oder Medizinstudenten, die im Neonlicht der Bibliothek lernen.

Das ist eigentlich schon alles, was ich sagen wollte - Teil 3

Die Vortrags-Problematik

Zu jedem Minithema in jedem Block gibt es einen Vortrag. Jedoch sind nur die wenigsten Vortragenden auf dem - für eine Universität - notwendigen Niveau ausgebildet. Im ersten Jahr, da wo nahezu alle Studenten noch motiviert in den Vorlesungen sitzen und jeder noch so suboptimalen Vorlesungen lauschen, passiert es nicht einmal, dass der Hörsaal sich binnen weniger Minuten während des Vortrags leert, aufgrund katastrophaler Vorlesungsunterlagen oder einfach wegen den Vortragenden. Ein Fortbildungskurs für alle Vortragenden, “wie präsentiere ich im 21.Jahrhundert angemessen für Studenten einer Universität vor” wäre wohl ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Das ist eigentlich schon alles, was ich sagen wollte - Teil 2

Organmorphologie I und II

Anfangs ist das Aufschneiden im Fett und Bindegewebe wühlen ja richtig spannend und lehrreich doch mit der Zeit häuft sich der Frust. Das Niveau des "Team Based Learning" variiert von Tisch zu Tisch um Welten, doch letztendlich ist der Lerneffekt auf fast jedem Tisch gleich null.

Online: 9 Benutzer, 38 Gäste